US-Präsident Trump, der überforderte Präsident

In einer wirren Pressekonferenz offenbart Trump sein ganzes Unvermögen. Der Mann ist nicht in der Lage, ein Land zu führen. Er will zu sehr geliebt werden.

Kommentar von Thorsten Denkler

Wäre es nur eine dieser vielen Fernsehshows gewesen, in denen Donald Trump parodiert wird. Hach, was hätten wir gelacht. Über seine Ausfälle gegenüber den Medien, oder den angeblich großen Haufen Mist, den Obama ihm hinterlassen habe. Darüber, dass seine Regierung wie geschmiert arbeite. Über seine Zurechtweisungen, sein Unvermögen, Wahrheit und "Fake News" auseinanderzuhalten.

Nur: Das war keine Fake-Pressekonferenz. Sie war echt. Der Eindruck nach mehr als 60 Minuten Trump, nach nochmaligem ungläubigem Nachlesen des Wortprotokolls: Die USA, die mächtigste Nation der Erde, ist in die Hände von Irren geraten.

Manche hatten ja noch gehofft, Trump könnte, beeindruckt von den Mühen und den Anforderungen des Amtes, versöhnlich werden. Könnte auf seine Art dem Land zeigen: Okay, ich habe verstanden. Nun hat er seine erste Solopressekonferenz als Präsident der Vereinigten Staaten gegeben. Und sie wurde - um es mit seinen eigenen Worten zu sagen - zum totalen Desaster.

Trumps wütende Schimpftirade

Die Leaks aus seiner Regierung seien "kriminell" und von seinem Vorgänger habe er "ein Chaos geerbt", sagt Trump bei einer Pressekonferenz. Und kündigt an, bald eine neue Version des Einreiseverbots zu präsentieren. Von Beate Wild mehr ...

Sein Vorgänger Obama war stolz darauf, dass es in seiner Amtszeit keine nennenswerten Skandale gab. Während Trumps ersten vier Wochen im Amt gab es dagegen schon mehr Skandale, als zwei volle Amtszeiten vertragen würden.

Das Weiße Haus, löchrig wie eine Abtropfschale

Sein Sicherheitsberater hat gelogen. Sein designierter Arbeitsminister hat schon vor der Abstimmung im Senat aufgegeben. Trump selbst beleidigt Staats- und Regierungschefs, riskiert internationale Konflikte, lädt Präsidenten via Twitter aus.

Das Weiße Haus und viele Bundesbehörden scheinen löchrig zu sein wie eine Abtropfschale. Ständig erschüttern neue Leaks die Trump-Regierung. Sein Personal wirkt wie eine Horde wildgewordener Hunde, die wahllos um sich schnappen. Die Trump-Leute argumentieren mit "alternativen Fakten" um die Lügengebäude, auf denen Trump seine Politik gründet, irgendwie aufrechtzuerhalten.

Und die amerikanische Öffentlichkeit schaut entsetzt zu, wie ihr Präsident gerade Ansehen und Größe dieser stolzen Nation in Grund und Boden dilettiert. Ein Wunder geradezu, dass immerhin noch 40 Prozent der US-Amerikaner glauben, Trump mache einen guten Job.