Obamas zweite Europareise hat etwas krampfhaft Rückwärtsgewandtes: Besuche eines früheren KZ und der Normandie sind wichtig - doch er hätte weiter denken müssen.
Der US-Präsident genießt derart hohe Sympathiewerte in Europa, dass allein seine Präsenz Politiker aller Nationen in Entzücken versetzt. Besonders Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sucht seit Monaten schon die Nähe Obamas, der sich dem Werben nicht entziehen konnte und schließlich zusagte, am 6. Juni, dem 65. Jahrestag der Landung alliierter Truppen in der Normandie, zu einer Gedenkveranstaltung anzureisen. Das hätte er besser nicht tun sollen.
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US-Präsident Barack Obama kommt zum zweiten Mal nach Europa (© Foto: AP)
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Obamas zweite Europareise hat etwas krampfhaft Rückwärtsgewandtes. Die Termine - Besuch der Gedenkstätte im früheren KZ Buchenwald und der Ausflug in die Normandie - sind zweifellos wichtig, und eher verwundert es, dass außer Dwight Eisenhower kein anderer Präsident je den Weg in eine Gedenkstätte fand. (Eisenhower war es auch gewesen, der die Landung in der Normandie kommandiert hatte.) Obama jedoch hätte weiter denken müssen.
Europa wählt an dem Besuchswochenende sein Parlament. Der Kontinent hat seit dem 6. Juni 1944 eine Erfolgsgeschichte absolviert, die am 7. Juni 2009 gekrönt wird durch die demokratische Abstimmung, die Politiker all seiner Nationen in einem Plenarsaal zusammenführt.
Gewiss, der Hass in Buchenwald und die Toten von Omaha Beach gehören zur Geschichte jener einigenden Kraft in Europa. Von der Befreiung der Konzentrationslager über den Wiederaufbau Europas bis hin zur Versöhnung des Kontinents zieht sich ein historisches Band. Dieser Dimension aber wird Obama mit seiner Reise nicht gerecht.
Er absolviert vielmehr eine Episode aus dem History Channel, quasi als Zwischenstopp auf dem Weg in den Nahen Osten. Das ist an diesem Wochenende zu wenig.
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(SZ vom 29.05.2009/aho)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
"Zum Kriegsende im allgemeinen Tohuwabohu haben die Häftlinge die Gelegenheit genutzt- und die Wachmannschaft niedergemacht."
Waffen in einem K_Z - unglaublich, unverschämt. Waren doch strengstens verboten.
Obama rast kreuz und quer durch die Welt, der hat auch noch was Anderes zu tun.
Der Besuch von Buchenwald ist sicher auch eher auf persönliches Interesse zurückzuführen, als Amerikaner hat er sowas noch nicht gesehen.
Wobei ich nicht umhinkomme anzumerken, dass Buchenwald nicht befreit wurde- sondern die Häftlinge sich selbst befreit haben. Die zum großen Teil kommunistischen Insassen waren straff organisiert, teilweise in einer Art Selbstverwaltung, haben sich mit Waffen und Munition versorgt (sogar ein Maschinengewehr war dabei). Wie man sowas in einem KZ macht, ist mir schleierhaft- war aber so.
Zum Kriegsende im allgemeinen Tohuwabohu haben die Häftlinge die Gelegenheit genutzt- und die Wachmannschaft niedergemacht.
Das erklärt auch den chaotischen Zustand, den die Amerikaner bei ihrer Ankunft vorfanden. (siehe vorangegangener Artikel hier bei SZ)
dann denke ich, dass es ein bischen wenig ist. Normandie besuche. Ein schöner Fleck. Der Krieg ist lange vorbei. Er könnte daher auch Waterloo besuchen. Hat einen genauso historischinteressanten Aspekt.
Eine Konzentrationslager: Klar. Aber mal ehrlich: Was hat die heute existierende Bundesrepublik damit zu tun. Die Aktualität läge in Guantanamo. Aber diese Diskussion wagen die USA nicht. Genauso wie eine Diskussion um die Vernichtung der Ureinwohner nicht im Ansatz zugelassen wird. Das würde aber schon dazugehören, wollte man einen historischen Punkt setzen.
Was sind aber die aktuellen Themen. OPEL wird es wohl nicht sein. Höchstens mehr Soldaten nach Afganistan und Pakistan. Ups. Da war ich gerade meiner Zeit ein wenig voraus.
"Achtung Satire"
mit nach Omaha Beach gehen und sich dort in den Sand knien. Sie koennte sich dann bei den Toten Allierten Soldaten entschuldigen. Das wuerde Ihr einen Platz in den
Geschichtsbuechern sichern, Deutschland in seiner Rolle als Taeter festschreiben und die Allierten Freunde gluecklich machen.
Denn nichts is besser als ein Feind der einsieht das er verloren hat und sich gerne daran erinnert.
Paging