US-Präsident Barack Obama gönnt sich keine Pause: Noch in der Nacht nach seiner Vereidigung hat er wichtige Entscheidungen getroffen - und auch der erste Arbeitstag ist bereits vollgepackt mit Terminen.

Barack Obama gönnt sich keine Pause. Noch mitten in der rauschenden Ballnacht beginnt er zu arbeiten. Wenige Stunden nach seiner Inauguration laufen die ersten Meldungen über die Nachrichtenticker:

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Präsident Barack Obama: Schon in der Nacht nach seiner Vereidigung trifft der 47-Jährige erste Entscheidungen. (© Foto: dpa)

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"Obama stoppt alle Verwaltungsakte der Regierung Bush", heißt es bei AFP um 0:33 Uhr Mitteleuropäischer Zeit. Rahm Emanuel, Stabschef im Weißen Haus, wies alle Bundesbehören an, die von der Bush-Regierung erlassenen Verordnungen, die noch nicht umgesetzt worden sind, zu stoppen und "unter politischen und juristischen Gesichtspunkten" prüfen zu lassen - ein ganz normaler Vorgang.

Wenige Stunden später melden die Agenturen: "Obama lässt Militärtribunale in Guantanamo stoppen." Der neue US-Präsident soll die Militärankläger angewiesen haben, in allen 21 laufenden Verfahren eine 120-tägige Aussetzung zu beantragen. Die Anträge sollen noch heute bei den Sondergerichten eingereicht werden.

Die Entscheidung zu Guantanamo ist bei der EU und den UN auf positives Echo gestoßen. Der UN-Sonderberichterstatter zur Folter, Martin Nowak, bezeichnete den Schritt am Mittwoch als "sehr positiv". EU-Justizkommissar Jacques Barrot sprach von einem "sehr starkes Symbol". Nun werde ein "trauriges Kapitel" enden, erklärte Barrot-Sprecher Michele Cercone.

Menschenrechtsorganisationen begrüßten ebenfalls, dass Obama als Präsident nun offenbar wahr macht, was er vorher versprochen hatte: das umstrittene Gefangenenlager auf Kuba zu schließen. Dass er noch in der Nacht nach der Vereidigung ein klares Zeichen gesetzt hat, soll wohl signalisieren: Obama ist ein Mann der Tat.

Treffen mit Fachleuten

Und auch an seinem ersten Arbeitstag ist der Terminplan für den 47-Jährigen bereits voll. Zunächst will er an einer Andacht in der Washington National Cathedral teilnehmen - Religion spielt im Hause Obama eine wichtige Rolle.

Danach steht ein Treffen mit seinen Wirtschaftsfachleuten auf dem Programm, die im Kongress an einem neuen Konjunkturpaket von 825 Milliarden Dollar arbeiten. Bei dem Treffen geht es Obama darum, das geplante Konjunkturpaket konkreter zu fassen.

Zwar ist ihm die demokratische Mehrheit in beiden Kammern grundsätzlich wohlgesonnen. Allerdings hofft Obama auf Unterstützung über Parteigrenzen hinweg.

Die Republikaner wollen jedoch genauer wissen, wie das Geld ausgegeben werden soll und ob bestimmte Projekte tatsächlich die Wirtschaft in Schwung bringen würden. Obamas Mannschaft prüft auch andere Ideen, um die Kreditklemme zu beseitigen.

Außenpolitisch wird sich Obama mit den Kriegen in Afghanistan und im Irak auseinandersetzen. Für den späten Nachmittag (Ortszeit) ist eine Videokonferenz im Weißen Haus angesetzt, heißt es aus Militärkreisen. An dem Gespräch werden demnach der alte und neue Verteidigungsminister Robert Gates, Generalstabschef Mike Mullen und weitere Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrats teilnehmen.

Weiter ist geplant, die Kommandeure im Irak und in Afghanistan, General Ray Odierno und General David McKiernan, über eine Videoleitung zuzuschalten.

Dann wird der Präsident mit führenden Militärs die weitere Strategie besprechen, darunter auch mit General David Petraeus, der im Irak einen Bürgerkrieg verhindert hatte.

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