US-Präsident legt Steuererklärung vor Wieviel Obama an Steuern zahlt

Welcher Steuersatz ist gerecht? Diese Frage beschäftigt die US-Amerikaner derzeit vor allem mit Blick auf den republikanischen Präsidentschaftsbewerber und Multimillionär Mitt Romney. Nun hat US-Präsident Barack Obama seine Steuererklärung veröffentlicht - und versucht damit, seinen wahrscheinlichen Gegner weiter unter Druck zu setzen.

Wieviel Steuern sind gerecht? Was zahlen Multimillionäre, was der Durchschnittsamerikaner? Diese Fragen beschäftigen die US-Amerikaner derzeit im Hinblick auf den anstehenden Wahlkampf. Denn der vergleichsweise niedrige Steuersatz des voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Mitt Romney, hatte für Wirbel gesorgt. Nun hat US-Präsident Barack Obama seine Steuererklärung veröffentlicht.

US-Präsident Barack Obama hat zusammen mit seiner Frau in vergangenen Jahr etwa 790.000 Dollar aufgenommen - und davon auf Bundesebene etwa 20,5 Prozent Steuern bezahlt.

(Foto: AP)

Das Dokument wurde am Freitag auf die Website des Präsidialamts gestellt und listet das Einkommen von Obama und seiner Frau Michelle im Jahr 2011 mit etwa 790.000 Dollar auf. Die Obamas zahlten auf Bundesebene etwas mehr als 160.000 Dollar an Steuern. Die effektive Steuerquote auf Bundesebene beträgt damit 20,5 Prozent. Etwa die Hälfte des Einkommens geht auf das Präsidentengehalt von 400.000 Dollar zurück.

Obama und Vizepräsident Joe Biden veröffentlichten zudem alle ihre Steuererklärungen seit dem Jahr 2000 - und wollen damit vermutlich Obamas wahrscheinlichen Gegenkandidaten Romney unter Zugzwang setzen.

Romney hatte Ende Januar seine Steuererklärung veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass er zuletzt einen Steuersatz von 15,4 Prozent bei einem Einkommen von 20,9 Millionen Dollar hatte. Obamas Wahlkampfmanager setzen nun darauf, dass Romney auch ältere Steuererklärungen öffentlich zugänglich macht - vor allem aus der Zeit, als er noch für das von ihm gegründete Investmentunternehmen Bain Capital arbeitete.

Hochrangige Politiker und Beamte müssen in den USA gewisse Teile ihrer Finanzen offenlegen. Zwar gehört die eigentliche Steuererklärung nicht dazu. Besonders unter Präsidenten, Vize-Präsidenten und den entsprechenden Kandidaten ist dies jedoch inzwischen üblich, um Transparenz zu demonstrieren. Das Thema hat in diesem Wahlkampf eine besondere Brisanz gewonnen.

Der Demokrat Obama macht sich dafür stark, dass Millionäre wie Romney auf Bundesebene mindestens 30 Prozent ihres Einkommens versteuern müssen. Dies wird nach dem Investmentguru Warren Buffett als "Buffett-Regel" bezeichnet. Politisch hat der Plan jedoch kaum Chancen, weil ihn die Republikaner im Kongress ablehnen.

In den USA werden die Steuern von Bund, Bundesstaaten und Kommunen getrennt erhoben. Auf Bundesebene wird dabei Einkommen aus Arbeit stärker besteuert als aus Kapitaleinträgen, weswegen Millionäre einen niedrigeren Steuersatz haben können als Normalverdienende. Der Höchstsatz beträgt 35 Prozent.

Obamas effektive Steuerquote - nach Abschreibungen und anderen Abzügen - entspricht grob der des Durchschnittsamerikaners. Experten zufolge zahlen 46 Prozent der US-Bürger gar keine Bundessteuern. In den meisten Fällen ist ihr Einkommen nicht hoch genug.