Große Worte in Peking: Präsident Obama betont die bedeutende Rolle der USA und Chinas beim Klimaschutz. Bei Umweltschützern kann er so nicht punkten.
Mit Enttäuschung haben Umweltschützer auf eine gemeinsame Erklärung der USA und Chinas zum Klimaschutz reagiert. Man wolle gemeinsam auf einem Erfolg beim Klimagipfel in Kopenhagen hinarbeiten, erklärten beide Länder am Dienstag in Peking.
US-Präsident Barack Obama neben Hu Jintao in Peking. (© Foto: Getty Images)
Anzeige
Doch auch anlässlich des Chinabesuchs von US-Präsident Barack Obama war es bei dem Thema nicht zu einem Durchbruch gekommen. Weder die USA noch China wollten sich zu bindenden Reduktionszielen bekennen. Sie warteten auch nicht mit einer neuen, gemeinsamen Initiative auf, wie im Vorfeld des Obama-Besuchs spekuliert worden war. Die Umweltorganisation Greenpeace äußerte sich in Peking in einer ersten Reaktion "erneut enttäuscht über Obamas Mangel an Führerschaft" in Klimafragen.
Gemeinsame Verantwortung von Peking und Washington
Der amerikanische Präsident, der sich am Dienstag in Peking mit seinem chinesischen Amtskollegen getroffen hat, betonte zwar mehrfach die "gemeinsame Verantwortung" Chinas und der USA bei der Lösung globaler Probleme. Explizit nannte er dabei auch immer wieder den Klimaschutz.
Doch in einer nach dem Gipfeltreffen veröffentlichten gemeisamen Erklärung blieben beide Regierungen äußerst vage. Die Industrienationen sollten in Kopenhagen bindende Reduktionsziele, die Entwicklungsländer "angemessene" Schritte zur Verringerung von Treibhausgasemissionen beschließen, heißt es in dem Text. Konkrete Zahlen aber wurden nicht genannt.
"Kurz vor Kopenhagen spricht Obama noch immer nicht die wichtigste Frage an, die zwischen beiden Ländern für Meinungsverschiedenheiten sorgt - die Abwesenheit eines Reduktionsziels seitens der USA", sagte Kyle Ash, eine amerikanische Greenpeace-Sprecherin.
Obama, der daheim in Washington noch nicht den Widerstand der Kongressabgeordneten gegen eine mutige Klimainitiative überwunden hat, musste sich daher während seiner Chinavisite mit viel optimistischer Rhetorik begnügen.
In Kopenhagen werde weder eine Stufenvereinbarung gebraucht, noch eine einfache politische Absichtserklärung. Vielmehr müsse es ein wirkliches Abkommen mit "sofortiger praktischer Wirkung" geben, sagte der US-Präsident. Worin die angesichts klar definierter Ziele bestehen sollte, sagte er jedoch nicht.
China und die USA sind weltweit die beiden größten Emittenten von Treibhausgasen. Gemeinsam sind sie für 40 Prozent aller schädlichen Emissionen verantwortlich. Ohne größeres Engagement der beiden Staaten wird es beim Klimagipfel in Kopenhagen daher kaum Fortschritte geben.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Thema
- Barack Obama RSS
- Gipfeltreffen in Peking Obama: Klimagipfel muss "sofortige Wirkung" haben 17.11.2009
- US-Präsident Obama in China Rivale, nicht Partner 16.11.2009
- Duma ratifiziert START-Vertrag Historischer Schritt zur Abrüstung 25.01.2011
- US-Präsident Barack Obama Das Echo der versöhnenden Töne 25.01.2011
- Aufregung um US-Polit-Roman "O" - Geheimnisse über Obama 24.01.2011
- Rede zur Lage der Nation Obama schaltet um 24.01.2011
- Hu Jintao in den USA "Kleine Schritte sind besser" 21.01.2011
(sueddeutsche.de/mati/bica)
Bilder des Tages
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
"Greenpeace äußerte sich in Peking in einer ersten Reaktion "erneut enttäuscht über Obamas Mangel an Führerschaft"". Da muss mal wieder ein Deutscher ran, einer wie Wilhelm II, der hat sich da nichts bieten lassen! Der hat nicht gezittert vor anderer Länder Wirtschaftsmacht! Panthersprung nach Shanghai! Mal kurz zurückdenken, Greenpeace, und dann, wie Nuhr sagen würde, "einfach mal schweigen".
Ich will doch keine Liste machen. Der Mann hatte meine Sympathie und er hat in einem Jahr mehr Glaubwürdigkeit verloren (verspielt) als die SPD in 10 Jahren. (Ich weiß, jetzt hagelt es Protest).
...von der anderen Seite des Atlantik:
Mr.First Pacific President
(gemeint: ERSTER Präsident, der sich in der Pazifik-Region engagiert)
Dies ist der neuste Titel, den sich Obama in seiner bescheidenen Selbstwahrnehmung zugelegt hat (medial allseits von seinen Kohorten propagiert).
Was einen amerikanischen Fernseh- Kommentator allerdings veranlaßte, eine Liste all der Präsidenten zu erstellen, die sich um die Pazifik-Region verdient gemacht haben...Jedoch fügte dieser Kommentator sarkastisch hinzu, an diesem Präsidenten sei eben alles außergewöhnlich. Allein die Tatsache, daß er auf Hawai geboren und dort Teile seiner Jugend zugebracht habe wie auch sein Aufenthalt in Indonesien und dazu noch (!) die Japanreise, auf die ihn seine Muttter mitgenommen habe und von der die - von Obama selber erwähnte - lebhafte Erinnerung an die dortige Eiscreme geblieben sei, prädestiniere diesen Präsidenten natürlich dazu, sich als den "First Pacific President" zu bezeichnen...
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Paging