Der amerikanische Staatschef hat beteuert, dass er an die Existenz von Saddams Massenvernichtungswaffen glaubte - "so wie viele in der Welt" inklusive den Vereinten Nationen. Jetzt müsse man eben sehen, was bei der Informationsbeschaffung schief gelaufen sei. Die Waffensuche im Irak ist derweil offiziell eingestellt worden.

US-Präsident George W. Bush hat das militärische Eingreifen im Irak mit weit über tausend Toten allein auf amerikanischer Seite verteidigt.

George W. Bush, AP

George W. Bush (© Foto: AP)

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In einem Interview mit dem US-Sender ABC sagte Bush: "Ich dachte, wir finden Massenvernichtungswaffen - so wie viele hier in den USA und viele in der ganzen Welt." Auch die Vereinten Nationen dachten, Saddam Hussein besäße diese Waffen.

Die USA hatten die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Besitz des irakischen Machthabers Saddam Hussein als Kriegsgrund genannt.

CIA-Chef gestand erfolglose Waffensuche schon im Herbst ein

Auf die Frage der TV-Journalistin, ob der Krieg es denn wert gewesen sei, auch wenn man keine Massenvernichtungswaffen habe finden können, sagte Bush: "Oh, absolut."

"Wir müssen herausfinden, was beim Sammeln der Geheimdienstinformationen schief gelaufen ist", sagte Bush in dem Interview, das am Freitag ausgestrahlt werden soll. Und weiter: "Saddam war gefährlich und ohne ihn an der Macht ist die Welt sicherer"

Zuvor hatte das Weiße Haus einen Pressebericht bestätigt, dass knapp zwei Jahre nach Beginn des Irakkriegs die Suche nach Massenvernichtungswaffen ohne jeden Fund eingestellt worden sei.

Der Leiter der für die Waffensuche zuständigen Expertengruppe, Charles Duelfer vom Geheimdienst CIA, hatte bereits im September vergangenen Jahres in einem Bericht an den Kongress festgestellt, dass es keine Massenvernichtungswaffen im Irak gebe.

Am Mittwoch hatte die Washington Post unter Berufung auf Mitglieder der Expertengruppe berichtet, dass auf Grund der anhaltenden Gewalt im Irak sowie dem Ausbleiben neuer Informationen die Waffensuche kurz vor Weihnachten eingestellt worden sei.

Duelfers vorläufiger Bericht vom September werde nun mit leichten Ergänzungen im Frühjahr als Abschlussreport veröffentlicht.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP)