Ein Kommentar von Stefan Kornelius

Die Autorität von US-Präsident Bush ist an einem vorläufigen Tiefpunkt angekommen: Die eigene Partei verlässt ihn, im Irakkrieg sind die USA nur noch Getriebene. Die Dämmerung der Regierung Bush hat begonnen.

In der amerikanischen Polit-Mythologie spielt der Goldwater-Moment eine wichtige Rolle - jener Augenblick im August 1974, als der mächtige Senator Barry Goldwater gemeinsam mit Kollegen dem in der Watergate-Krise halsstarrig ausharrenden Präsidenten Richard Nixon in einem Gespräch im Oval Office klarmachte, dass seine Zeit abgelaufen sei. Nixon trat am nächsten Tag zurück.

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Seine Autorität ist an einem Tiefpunkt angelangt: US-Präsident George W. Bush (© Foto: AFP)

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Sein Nachfolger George W. Bush erlebt zur Zeit so etwas wie ein permanentes Goldwater-Gefühl. Allerdings ist es wenig wahrscheinlich, dass er in seiner verzweifelten Lage Anlass zum Rücktritt sieht. Bushs Autorität ist eine Woche vor Beginn der parlamentarischen Sommerpause in den USA an einem vorläufigen Tiefpunkt angekommen. Es ist einsam geworden um den Präsidenten.

Die mächtigen Fürsten aus dem Senat entwinden ihm das Szepter. Die Abkehr der wichtigen republikanischen Senatoren Richard Lugar und George Voinovich von der amerikanischen Irak-Politik hat in Washington außergewöhnlich früh die Endphase der Präsidentschaft eingeleitet. Die eigene Partei verlässt Bush und signalisiert ihm, dass er zur Belastung wird für das Land, für einen potentiellen Nachfolger und für alle, die wiedergewählt werden möchten.

Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses, Senator John Warner, - auf seine Art der Goldwater des Jahres 2007 - arbeitet mit den revoltierenden Senatoren an einem Gesetzentwurf, der eine Reduzierung der US-Truppen im Irak und deren endgültigen Abzug einleiten soll. Selbst wenn der Präsident die Schachzüge des Senats mit seiner Vetokraft ignorieren kann - die politische Botschaft aus Washington und auch aus Bagdad ist eindeutig: Bushs Irak-Politik ist von einer zerstörerischen Dynamik erfasst.

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