US-Politik Trump verbietet Transgender-Personen Zugang zum Militär

  • US-Präsident Trump hat das Verbot erneuert, offen lebende Transgender-Personen in das Militär aufzunehmen.
  • Er nimmt damit die Aufhebung des Verbotes zurück, die sein Vorgänger Barack Obama veranlasst hatte.
  • Was mit Transgender-Menschen geschieht, die bereits im Militär dienen, überlässt er dem Verteidigungsminister.
Von Thorsten Denkler, New York

US-Präsident Donald Trump hat das Pentagon offiziell angewiesen, künftig keine Menschen mehr in die Streitkräfte des Landes aufzunehmen, die ihre Transgender-Persönlichkeit offen leben. Trump unterzeichnete am Freitag eine entsprechende Direktive.

Zugleich überließ Trump es dem Pentagon, darüber zu entscheiden, ob Transgender, die bereits in der Armee dienen, aus der Truppe ausscheiden müssen.

Mit der Anordnung wird es dem Militär auch untersagt, Transgender-Personen medizinisch zu helfen, ihr jeweiliges Geschlecht zu ändern. Das soll allerdings nicht für Menschen gelten, deren Geschlechtsanpassung bereits begonnen hat.

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Trump hatte Ende Juli über Twitter angekündigt, Transgender vom Dienst in den Streitkräften ausschließen zu wollen. Das US-Militär dürfe nicht mit den "enormen medizinischen Kosten und der Störung belastet werden", die Transgender mit sich brächten, schrieb der Präsident.

Danach hatte es eine große Kontroverse gegeben. Politiker aus beiden Lagern wiesen Trumps überraschende Forderung zurück. Trumps Entscheidung sei ein schwerer Rückschritt in einem jahrzehntelangen Kampf für mehr Gleichberechtigung der LGBT-Gemeinschaft.

Studie belegt Gegenteil von dem, was Trump behauptet

Eine Studie im Auftrag des Verteidigungsministeriums hatte - anders als von Trump behauptet - ergeben, dass es auf die US-Streitkräfte keinen nennenswerten Einfluss habe, wenn Transgender-Soldaten offen als solche dienten. Vor allem deshalb, weil schon gemessen an der Größe des Militärs so wenige Menschen betroffen seien. Wie viele der 1,3 Millionen aktiven Mitglieder der US-Streitkräfte zur Gruppe der Transgender gehören, ist nicht bekannt. Schätzungen schwanken zwischen 1300 und 15 000 Menschen.

Nach der Studie wird von Zusatzkosten für das Militär in einer Gesamthöhe von 2,4 bis 8,4 Millionen Dollar pro Jahr ausgegangen. Ein Bruchteil dessen, was das Militär für die Gesundheitsversorgung der Soldaten ausgibt.

In der US-Armee galt auch bisher ein Transgender-Verbot. Allerdings hatte Trumps Vorgänger Barack Obama im vergangenen Jahr angeordnet, dieses Verbot mit Wirkung zum 1. Juli dieses Jahres aufzuheben. Das Pentagon hatte die Neuregelung zu Beginn des Monats bereits provisorisch wieder zurückgenommen.

Trump antwortete am Freitag auf die Frage, ob er mit der Entscheidung die LGBT-Gemeinschaft betrogen habe, um deren Unterstützung er im Wahlkampf geworben habe: "Nein, ich habe großen Respekt vor der Community. Und ich hatte große Unterstützung aus der Community. Ich habe viele Stimmen von ihnen bekommen." Aber dies sei eine schwierige Situation und verstörende Sache für das Militär. "Und ich glaube, ich tue dem Militär einen großen Gefallen."

Transgender ist ein Oberbegriff für Menschen, die sich im falschen Körper geboren fühlen sowie für solche, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen können.

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