US-Militär Soldatinnen sollen an vorderster Front kämpfen

Unter Männern: US-Soldatinnen sollen künftig auch direkt am Kampfgeschehen teilnehmen.

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Die US-Armee öffnet sich weiter für Frauen: Eine Neuregelung soll den Ausschluss von Soldatinnen vom unmittelbaren Kampfgeschehen aufheben und ihnen so Hunderttausende neuer Jobs ermöglichen. Doch auch künftig wird es Ausnahmen geben.

Frauen sollen in der US-Armee künftig an vorderster Front kämpfen dürfen. Das Pentagon will den generellen Ausschluss von Soldatinnen vom Kampfgeschehen aufheben, berichteten Medien unter Berufung auf Regierungsbeamte. Verteidigungsminister Leon Panetta wolle seine Vorschläge für neue Regeln an diesem Donnerstag vorstellen, hieß es weiter.

Durch die Neuregelung würden Hunderttausende Jobs auch für Frauen möglich sein, zitierte unter anderem die New York Times Regierungsmitarbeiter. Die bisherigen Vorschriften dienten dazu, Frauen möglichst hinter der Front zu stationieren und aus Gefechten herauszuhalten. Soldatinnen durften bisher zwar in kämpfenden Truppenteilen dienen, selbst aber nicht am Kampfgeschehen teilnehmen.

Das solle sich nach dem Willen von Panetta nun in den kommenden Jahren ändern. Es werde aber auch künftig noch Ausnahmen geben, die die jeweiligen Streitkräfte bis 2016 beantragen könnten, hieß es in den Berichten. Das Militär dürfe jede Arbeit daraufhin überprüfen, ob sie grundsätzlich für Frauen geeignet ist, hieß es beim Sender CNN.

Bürgerrechtler begrüßen Öffnung der Armee für Frauen

In ersten Reaktionen wurde die Neuregelung begrüßt. Die Öffnung werde dafür sorgen, "dass qualifizierte Frauen die gleiche Chance haben, sich im Kampfgeschehen hervorzutun wie ihre männlichen Kampfgefährten", sagte Ariela Migdal von der Amerikanischen Bürgerrechtsunion (ACLU). Auch Senator Carl Levin, Vorsitzender des Streitkräfte-Ausschusses, lobte die Entscheidung. Diese spiegele die Realität des Krieges im 21. Jahrhundert wider.

Die Öffnung für Frauen in Kampfeinsätzen wird die so genannte Combat Exclusion Rule aus dem Jahr 1994 ersetzen, die Soldatinnen von vielen Positionen in Infanterie und Artillerie ausschließt. Laut Zahlen der New York Times dienten im Irak und in Afghanistan dennoch etwa 20.000 US-Soldatinnen. Bis zum Ende des vergangenen Jahres kamen 130 von ihnen ums Leben, 800 wurden verletzt.

Im November 2012 hatten vier weibliche Militärmitglieder gegen das Pentagon Klage eingereicht. Colleen Farrell, Zoe Bedell, Jennifer Hunt und Mary Jennings Hegar haben in Afghanistan oder Irak gedient und wollen die Combat Exclusion Rule kippen, weil sie ihrer Meinung nach gegen die Verfassung verstößt. Nun lenkt Verteidigungsminister Leon Panetta selbst ein.

Seit dem Umbau des US-Militärs zur Freiwilligenarmee, hat laut dem PEW Research Center die Zahl der Frauen im Militärdienst massiv zugenommen. Von etwa 42.000 im Jahr 1973 vervierfachte sich ihre Zahl auf etwa 167.000 im Jahr 2010. Derzeit machen nach Angaben des Pentagon die 204.000 Soldatinnen etwa 15 Prozent der US-Streitkräfte aus. In der US-Luftwaffe waren bislang 99 Prozent der Stellen für Frauen offen, bei der Marineinfanterie und im Heer dagegen etwa 70 Prozent.