US-Kongress Republikanerin gewinnt Nachwahl in Georgia

  • In den beiden US-Bundesstaaten Georgia und South Carolina gab es Nachwahlen für Sitze im US-Kongress.
  • Beide Abstimmungen entschieden die Republikaner für sich.
  • Die Wahlen galten als Stimmungstest für die bisherige Arbeit der Trump-Regierung.

Bei der Nachwahl um einen Abgeordnetensitz für den US-Bundesstaat Georgia hat die Republikanerin Karen Handel gewonnen. Jon Ossoff, der 30-jährige Hoffnungsträger der Demokraten, musste sich trotz eines Kopf-an-Kopf-Rennens geschlagen geben. Der Abgeordnetensitz des sechsten Wahlbezirks ist bereits seit 1979 in der Hand der Republikaner. Nach ersten Hochrechnungen gewann Handel in dem Distrikt nördlich von Atlanta mit rund 52 Prozent vor Ossoff, der 48 Prozent der Stimmen erhielt.

Auch in South Carolina konnte sich der republikanische Kandidat durchsetzen. Ralph Norman entschied das Rennen um den Sitz im Repräsentantenhaus für sich und folgt damit auf Mick Mulvaney nach. Dieser gab sein Amt auf, nachdem er für Trump Haushaltsdirektor im Weißen Haus wurde.

Für die Demokraten gilt der Sieg der 55-jährigen Handel in Georgia, die schon in der Vergangenheit für die Republikaner politische Ämter innehatte, als große Enttäuschung. Handel hatte sich im Wahlkampf klar zu Präsident Donald Trump und seiner Politik bekannt. Dafür hatte dieser ihr enthusiastisch Schützenhilfe gegeben. Er war im April mit ihr aufgetreten und hatte zahlreiche Tweets abgesetzt, in denen er Ossoff als extremen Linken diskreditierte und zur Wahl von Handel aufrief.

Bei der Verkündung der Prognosen dankte Handel dem US-Präsidenten, während ihre Anhänger "Trump! Trump!", skandierten. Ihr Fokus im Kongress liege nun darauf, das von den Republikanern entworfene Gesundheitsgesetz durchzubringen und sich für Steuersenkungen einzusetzen, sagte Handel.

Demokrat Ossoff sagte, seine Unterstützer seien für ihn während des Wahlkampfes ein "Leuchtfeuer der Hoffnung" gewesen. Der Kampf gehe weiter. Die Demokraten hoffen, bei den Zwischenwahlen 2018 Sitze im Kongress hinzugewinnen zu können. Die Partei benötigt 24 Sitze, die bisher in republikanischer Hand sind, um wieder die Mehrheit in der Abgeordnetenkammer zu erlangen.

Die Abstimmung in Georgia wurde landesweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, da sie als Stimmungstest für die bisherige Arbeit der Trump-Regierung gesehen wurde. Den Sitz in Georgia hatte Tom Price freigemacht. Er war als Gesundheitsminister in die Regierung von Präsident Trump gewechselt. Beide Parteien investierten mit zusammen mehr als 50 Millionen US-Dollar eine Rekordsumme für einen einzelnen Wahlkreis, um das Mandat zu holen.

Der Kandidat, der Trump ärgert

Die Nachwahl in der Republikanerhochburg Georgia gilt als politischer Stimmungstest. Der Demokrat Jon Ossoff hat gute Chancen - obwohl er erst 30 Jahre alt ist. Von Beate Wild mehr...