Justizminister Holder wirft den Amerikanern vor, Rassenprobleme zu verdrängen - und sich "in rassisch geschützte Kokons" zurückzuziehen. In den US-Medien wurde die Rede weitgehend ignoriert.
Der neue US-Justizminister Eric Holder hat seinen Landsleuten vorgeworfen, aus Angst und Bequemlichkeit ein ehrliches Gespräch über das Verhältnis der Rassen in Amerika zu verweigern. "Diese Nation hat sich stets stolz als ethnischer Schmelztiegel begriffen", sagte Holder vor mehreren Hundert Angestellten seines Ministeriums, "aber in rassischen Dingen verhielten und verhalten wir uns oft wie eine Nation von Feiglingen."
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Er hielt eine viel beachtete Rede: Justizminister Eric Holder. (© Foto: dpa)
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Holder beklagte, viele Bürger hätten es sich "mit amerikanischem Instinkt und angelerntem Verhalten" zur Regel gemacht, jedem offenen Dialog zwischen Angehörigen verschiedener Rassen auszuweichen. Zwar begegneten sich Schwarz und Weiß am Arbeitsplatz, nach Feierabend und am Wochenende aber die Gesellschaft sei kaum anders als vor 50 Jahren.
Holder, der als Kind ärmlicher Einwanderer aus der Karibik selbst kein Nachfahre amerikanischer Sklaven ist, wird aufgrund seines dunklen Teints dennoch meist als "erster afro-amerikanischer Justizminister" vorgestellt. Der 58-jährige Demokrat, eher ein intellektueller Analytiker denn ein feuriger Redner, sprach anlässlich des seit mehr als 80 Jahren in jedem Februar in den USA zelebrierten "Black History Month". Schulen, Universitäten und Behörden würdigen dabei Leistungen schwarzer Bürger zum Aufbau der Nation.
Holder nutzte nun dieses Ritual zur Provokation. Er hielt seinen Landsleuten vor, sich oft in politische Korrektheiten zu flüchten und nur "einen höflichen, beschränkten Umgang miteinander zu pflegen, der als sinnvoll gilt, aber wenig erreicht". Eine breite Mehrheit aller Amerikaner empfinde das Rassenthema als unangenehm: "Wir ziehen uns zurück in unsere rassisch geschützten Kokons."
Damit spielte Holder auf die Tatsache an, dass Weiße, Schwarze wie auch Latinos in den USA meist separiert in Wohnvierteln leben, in denen Mitglieder der eigenen Rasse dominieren. Selbst Afro-Amerikaner, die insgesamt nur zwölf Prozent der Bevölkerung ausmachen, leben zur Hälfte in Nachbarschaften mit schwarzer Mehrheit.
Der Minister lobte die Erfolge der Bürgerrechtsbewegung bei der Überwindung von "Amerikas Apartheid". Nach all den Kämpfen sei die Nation zwar "wohlhabender und im positiven Sinne rassenbewusster geworden, aber sie ist dennoch freiwillig sozial segregiert." Holder offerierte, außer seinem Appell zum Dialog und der Ankündigung, Rassismus als Justizminister zu verfolgen, kein Konzept zur Überwindung dieses Problems. In den meisten US-Medien stieß Holders Rede auf geringes Echo.
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(SZ vom 20.02.2009/mati)
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Sehr geehrter Herr Herzdoktor, ich bedauere, ich muss Ihnen vollends widersprechen:
Sicher gibt es in jeder Stadt Viertel mit gemischter Bevoelkerung, wo meist mehr akademisch gebildete leben. Dennoch ist es richtig, dass die Mehrheit der z.B. Afro-
Amerikaner genauso in ihren Vierteln wohnen, wie der Grossteil der weissen Bevoelkerung in anderen Vierteln wohnt. Sicher ist der Rassimsus in USA nicht mehr so offen zur Schau gestellt, wie das noch vor nicht allzu vielen Jahren war, dennoch er ist in den Koepfen noch voll anwesend. Ich bringe dazu nur ein Beispiel: Sie koennen derzeit taeglich in der Presse und den Fernnachrichten beobachten, wie das etablierte weisse Amerika massiv damit beschaeeftigt ist ihren Landsleuten aufzuzeigen, dass Obama es doch gar nicht kann dieses Land als Praesident zu leiten, denn er darf es doch gar nicht koennen, das spraeche doch gegen die in Amerika noch sehr vorherrschenden, tradierten Meinung, dass die weisse Rasse doch die Beste sei.
Eigentlich Jain, das trifft die Unterschichte aller Gruppen, aber bei Menschen mit hohen Bildung und auch Einnahmen stimmt es nicht, gerade da wo präsident Obama in Chicago lebt, leben meine Bekannten aus Russland (Beide Professoren für Innere Medizin, mit dem Einnahmen von 500.000 $ für Familie), da leben Vertretter aller Ethnien und Rassen, aber mit sehr hohen Einkommen und angesehnen Positionen, die Rasse ist da irrelevant.
Ui. Da wird sich der multikulturellen Gesellschaft verweigert. Alarm für Claudia Roth.
nach dem Volk tut, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen, dann kommt sowas dabei heraus. Das gilt überall. Der kleine Mann orientiert sich am Grossen und der Grosse am Kleinen...
"In den US-Medien wurde die Rede weitgehend ignoriert."
vs.
"Er hielt eine viel beachtete Rede: Justizminister Eric Holder."