Von Wolfgang Luef

Seine Gegner sehen schon das "Waterloo" von Barack Obama gekommen. Um seine Gesundheitsreform durchsetzen zu können, bittet er Blogger um Hilfe.

Nun sollen also wieder die Blogger ran. Sie sollen Stimmung machen, Meinungen verbreiten, politischen Druck ausüben. Schließlich hat die Unterstützung aus dem Internet dem US-Präsidenten seinen Weg nach Washington geebnet. Nun hat Barack Obama erneut eine Gruppe von Internet-Autoren um Unterstützung gebeten. Den Kampf um eines seiner zentralen innenpolitischen Themen, die Gesundheitsreform führt Obama multimedial.

Barack Obama (Reuters)

Die Gesundheitsreform ist für Obama Chefsache. "Es geht nicht um Politik, sondern um ein System, das Amerikas Wirtschaft zerstört", sagte er am Montag (© Foto: Reuters)

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"Ihr könnt die Sache besser vermitteln, als sonst jemand", sagte Barack Obama an diesem Montag in einem von ihm initiierten Konferenzgespräch mit einer ausgewählten Gruppe von liberalen Bloggern. Die Online-Zeitung Huffington Post hat über dieses Gespräch berichtet und sieht in Obamas Appell an die Internet-Gemeinschaft ein Zeichen dafür, "wie aufgeheizt die Diskussion um das Gesundheitssystem verläuft und welche Geschütze die Regierung bereit ist, aufzufahren".

Obama verbringt im Moment viel Zeit in Telefonkonferenzen, bei Diskussionsveranstaltungen, vor Web- und Fernsehkameras. Er rührt im ganzen Land die Werbetrommel für seine Reform. In den kommenden Wochen soll der Kongress darüber entscheiden. Doch der Erfolg ist ihm nicht sicher: Die Front der Unterstützer Obamas bröckelt. Auch demokratische Kongressabgeordnete haben sich bereits kritisch zu Obamas Vorhaben geäußert.

"Es wäre sein Waterloo"

Die privaten Krankenkassen und die Pharmaindustrie laufen mit millionenschweren Werbekampagnen gegen sein Vorhaben Sturm und die Republikaner sehen in Obamas Scheitern die Chance, dem charismatischen und beliebten Präsidenten eine Niederlage zuzufügen.

Wenn man es schaffen könnte, die Reform noch zu kippen, "dann wäre das sein Waterloo", sagte der republikanische Senator Jim DeMint aus South Carolina. Schon jetzt scheint die Popularität des Präsidenten unter den schier endlosen Debatten über die Gesundheitsreform zu leiden - das zumindest legen Umfragen nahe. Seine Beliebtheitswerte fiel im Juli erstmals unter 60 Prozent, mit seinen Plänen zur Gesundheitsreform sind nur mehr 49 Prozent einverstanden - noch im April waren es 57 Prozent.

Auf die "Waterloo"-Äußerung des republikanischen Senators antwortete Obama persönlich: "Denkt einmal über diese Aussage nach. Hier geht es nicht um mich. Hier geht es auch nicht um Politik. Es geht um ein Gesundheitssystem, das Amerikas Familien, Amerikas Betriebe und Amerikas Wirtschaft kaputtmacht."

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Obama es besser machen will als Bill Clinton.

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