Beanstandung von Verfahrensfehlern und Drohungen gegen Demokraten: Republikaner und Gegner des Gesetzes haben alles versucht, Obamas Gesundheitsreform doch noch zu kippen - vergeblich.
In aufgeheizter Stimmung wurde die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama am Donnerstag endgültig verabschiedet. Nach dem Senat billigte das Repräsentantenhaus eine Reihe technischer Änderungen.
Bestens gelaunt: US-Präsident Barack Obama und sein Stellvertreter Joe Biden (rechts). (© Foto: dpa)
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Unterdessen klagen demokratische Abgeordnete, die sich für das innenpolitische Kernanliegen von Präsident Barack Obama stark gemacht hatten, über Drohungen gegen sie.
220 Abgeordnete stimmten für den Änderungsentwurf zur Gesundheitsreform, 207 votierten dagegen. Als die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, das Ergebnis verkündete, gab es neben Jubel auch Buh-Rufe.
Einschüchterungsversuche gegen Demokraten
Die erneute Befassung des Repräsentantenhauses war notwendig geworden, weil die oppositionellen Republikaner nach der Abstimmung vom Sonntag Verfahrensfehler beanstandet hatten. Im Senat wurde der Änderungsentwurf am Donnerstag mit 56 zu 43 Stimmen verabschiedet. Kein Republikaner votierte dafür, auch drei demokratische Abgeordnete stimmten mit Nein.
Es wird erwartet, dass US-Präsident Obama das Gesetz mit seiner Unterschrift in den nächsten Tagen endgültig in Kraft setzt.
Der demokratische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, sagte dem Nachrichtensender CNN, mehr als zehn Demokraten hätten Drohungen erhalten, in einem Büro der Abgeordneten Louise Slaughter sei eine Fensterscheibe mit einem Stein eingeworfen worden. Slaughter selbst sagte am Donnerstag, ihr sei telefonisch mit Heckenschützen gedroht worden.
Nach mehr als einem Jahr scharfer Debatte hatte die Reform, die erstmals in der Geschichte der USA fast allen Bürgern Zugang zu einer Krankenkasse sichern soll, am vergangenen Sonntag die wichtigste parlamentarische Hürde passiert. Mit knapper Mehrheit hatten die Abgeordneten für ein Reformpaket gestimmt, das der Senat bereits im Dezember verabschiedet hatte, sowie für einen Änderungsentwurf. Am Dienstag setzte Obama die Reform mit seiner Unterschrift in Kraft.
Um die historische Gesundheitsreform gegen den geschlossenen Widerstand der Republikaner durchzusetzen, hatten sich die Demokraten eines gesetzgeberischen Tricks bedient. Nach dem üblichen Verfahren hätten beide Gesetzeskammern nach der Verabschiedung separater Entwürfe einen gemeinsamen Kompromiss ausarbeiten und über diesen dann nochmals abstimmen müssen. Da die Republikaner aber seit einer Senatsnachwahl im Januar über eine Sperrminorität verfügen, hätte der Kompromissentwurf den Senat nicht mehr passiert.
Deshalb billigte das Repräsentantenhaus am Sonntag zunächst den Senatsentwurf und beschloss dann eine Reihe von Änderungen (Reconciliation Bill), mit denen sich am Donnerstag wiederum der Senat befassen musste - für die Zustimmung zu dem 150 Seiten starken Änderungsentwurf reichte jedoch die einfache Mehrheit im Senat.
Die Gesundheitsreform soll stufenweise bis 2018 in Kraft treten. Sie soll in den kommenden Jahren bis zu 32 Millionen unversicherten Amerikanern die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse ermöglichen.
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(AFP/jobr/mati)
Debatte um Militärintervention in Syrien
Ja. Wenn......
@einzylinder: Wenn man die amerikanischen Medien so verfolgt, dann sieht man zum Teil witziges. Bestimmte Medien verbreiten z.B., daß in Europa, wo man ein solches Krankenkassensystem bereits hat, jeder neunte der zum Arzt geht stirbt, weil die Ärzte nicht genug Zeit haben.
Obama wird z.T. als kommunistischer Hitler dargestellt, weil er ein Gesundheitssystem einführen will, das Hitler auch hatte, und weil alle was davon haben sollen ist er natürlich sozialistisch, will sagen kommunistisch.
Dei Republikaner haben gestreut, daß so genannte death panels darüber entscheiden, welcher alte Mensch noch Behandlungen bekommt und welcher nicht, um Kosten zu sparen.
Oder es wird verbreitet, daß im Zuge der Gesundheitsreform alte Menschen angerufen werden sollen, um zu erfragen durch welche Art der Sterbehilfe sie quasi demnächst sterben wollen... und und und...
Ich weiß nicht, aber ein Land, in dem liberal und progressiv inzwischen Schimpfwörter sind und gleichzeitig anderen Ländern Kultur und Lebensart beibringen will ist in meinen Augen höchst suspekt.
Wer versteht diese Hassreaktionen ? Warum kann keiner nachvollziehbar erklären, was die Hälfte der Amerikaner so an der Gesundheitsreform aufregt. Das ist doch - auf den ersten Blick - irrational? Die Leute müssten doch den Sinn erkennen. Dass die Versicherungskonzerne dagegen sind, verstehe ich ja noch, aber warum die einfachen Leute, die davon provitieren. Kann mir das mal einer erklären, der Amerika kennt.
Egal ob Ihr nun dagegen oder dafür seid: lasst es sie doch versuchen! Die Mehrheit der Amerikaner hat Obama und seine Demokraten gewählt. Diese haben bestimmte Konzepte und sollten diese nun auch umsetzen können.
In ein paar Jahren, wenn sich diese Konzepte bewährt haben oder auch nicht, kann man das Volk dann erneut fragen.
Was wurde eigentlich aus der gestern morgen veröffentlichten "Eilmeldung", dass die Wahl wegen Formfehlern wiederholt werden muss?
Paging