Alarmierender Bericht des US-Geheimdienstes: Die Zahl der aufständischen Taliban in Afghanistan hat sich seit 2006 nahezu vervierfacht. Sie könnten jederzeit und überall zuschlagen.
Die Zahl der Taliban sei auf etwa 25.000 gestiegen, teilten US-Regierungsvertreter mit. Dazu gehörten allerdings auch Anhänger, die weniger involviert in Kämpfe seien. Ein Vertreter des Verteidigungsmininstiums sagte, für Aufstände seien nicht viele Rebellen nötig, um einen großen Schaden anzurichten. Sie könnten sich Zeit und den Ort aussuchen, um anzugreifen.
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Heute haben sie das in Pakistan bewiesen: Pakistanische Soldaten erschossen in der Garnisonsstadt Rawalpindi mindestens vier Aufständische, die das Hauptquartier der Armee angriffen. Bei dem etwa einstündigen Gefecht kamen auch sechs Soldaten und ein Unbeteiligter ums Leben. Stunden später nahmen zwei Aufständische, denen es gelungen war, ins Hauptquartier einzudringen, etwa ein Dutzend Soldaten als Geiseln, hieß es nach Angaben der Sicherheitsbehörden vom Samstagagend. Die Taliban bekannten sich in einem Anruf bei einem Fernsehsender zu dem Anschlag.
Die Rebellen trugen nach diesen Angaben bei ihrem waghalsigen Angriff Militäruniformen. Sie eröffneten zunächst das Feuer auf einen Kontrollpunkt, töteten und verwundeten die Soldaten dort, drangen dann zu einem zweiten Checkpoint vor und warfen Handgranaten in das Gebäude des Hauptquartiers. Scharfschützen der Armee erwiderten das Feuer, Hubschrauber waren im Einsatz. "Alle Terroristen wurden getötet, sagte später der Armeesprecher, Generalmajor Athar Abbas. "Die Situation ist unter Kontrolle."
Am Freitag waren bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt in der Stadt Peshawar über 50 Menschen getötet worden. Etwa 140 Menschen wurden bei der Explosion der Autobombe in der Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz verletzt. Als Urheber des Anschlags wurden radikalislamische Taliban vermutet.
Der zum Friedensnobelpreisträger gekürte Obama beriet sich am Freitag erstmals mit Beratern über eine neue Afghanistan-Strategie. Dabei sollte es auch um die Anfrage von Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal gehen, die Truppen am Hindukusch von derzeit 104.000 Soldaten um 40.000 aufzustocken. Es sei mindestens ein weiteres Strategie-Treffen geplant, sagte Obamas Sprecher Roberts Gibbs. Bis zu einer Entscheidung würden "wohl noch einige Wochen" vergehen.
Die aufständischen Taliban in Afghanistan hatten den Friedensnobelpreis für Obama kritisiert. Der US-Präsident habe den Krieg in Afghanistan verschärft, indem er zusätzliche Soldaten in das Land geschickt habe, sagte Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi telefonisch der Nachrichtenagentur AP in Kabul. Obama habe "das Blut afghanischer Menschen an seinen Händen". Ahmadi, der seinen Aufenthaltsort in dem Interview nicht preisgab, sagte weiter: "Warum geben sie Obama diesen Preis, der mehr Soldaten nach Afghanistan geschickt hat, der bombardiert und unschuldige Menschen tötet?" Obama hat in diesem Jahr 21.000 zusätzliche US-Soldaten in Afghanistan stationiert.
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(Reuters/dpa/lala)
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