Texas IS brüstet sich mit Angriff auf Mohammed-Karikaturen-Ausstellung

  • Bei einer islamkritischen Veranstaltung im US-Bundesstaat Texas fallen Schüsse. Zwei Männer werden bei einem anschließenden Schusswechsel mit der Polizei getötet.
  • Bei der Veranstaltung war auch der niederländische Islamkritiker Geert Wilders als Redner eingeladen. Bei einem Wettbewerb sollte die beste Mohammed-Karikatur mit einem Preisgeld von 10 000 Dollar ausgezeichnet werden.
  • Das Fahrzeug der Angreifer wird auf Sprengstoff untersucht.
  • Per Twitter brüstet sich ein Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" mit dem Angriff.

IS übernimmt Verantwortung für Attentat

Der "Islamische Staat" (IS) hat sich im Internet mit dem Angriff auf eine islamkritische Veranstaltung in einem Vorort der US-Metropole Dallas gebrüstet. Wie das auf die Auswertung islamistischer Internetportale spezialisierte US-Unternehmen Site mitteilte, verkündete ein Kämpfer der Dschihadistengruppe, der Anschlag sei von zwei IS-Sympathisanten verübt worden. "Zwei unserer Brüder" hätten das Feuer auf die Karikaturenausstellung in Texas eröffnet, schrieb der Dschihadist Abu Hassain al-Britani, bei dem es sich laut Site um den Briten Junaid Hussain handelt, bei Twitter.

Zwei Angreifer getötet

Zwei Unbekannte hatten am Sonntag am Rande einer antiislamischen Veranstaltung im US-Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet. Sie wurden von Polizisten erschossen, wie US-Medien am Abend (Ortszeit) unter Berufung auf Behördenangaben berichteten. Demnach untersuchten Bombenexperten in der Nacht zum Montag noch das Fahrzeug der beiden Angreifer - besorgt, dass es Sprengstoff enthalten könnte. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt.

Den Berichten zufolge ereignete sich der Vorfall in einem Gemeindezentrum in Garland, einem Vorort von Dallas. Bei einer Ausstellung wurden Mohammed-Karikaturen gezeigt. Gastgeber der Veranstaltung war die New Yorker American Freedom Defense Initiative (AFDI), eine Organisation, die als extrem rechts und antiislamisch gilt. Als Redner war der niederländische Islamkritiker Geert Wilders eingeladen. In einer Twitter-Mitteilung sprach er von Schüssen im Veranstaltungszentrum. "Ich habe gerade das Gebäude verlassen, nachdem ich gesprochen habe", schrieb er weiter.

Für die Veranstaltung galten starke Sicherheitsvorkehrungen

Der Veranstalter hielt am Sonntagabend einen Wettbewerb ab, bei dem ein Preis von 10 000 Dollar für die beste Mohammed-Karikatur ausgesetzt war. Den Medienberichten zufolge fuhren die beiden Männer vor dem Gebäude in Garland vor und schossen auf einen Wachmann. Dann seien sie bei einem Feuergefecht mit Polizisten getötet worden. Weil die Veranstaltung umstritten war, habe es starke Sicherheitsvorkehrungen gegeben, berichtete unter anderem der Sender MSNBC.

AFDI-Mitbegründerin Pamela Geller schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter: "Polizist angeschossen - zwei Verdächtige tot, warten auf Bombenexperten wegen möglicher Sprengsätze bei unserer Veranstaltung für Redefreiheit". Bei den Schüssen handele es sich um einen "Krieg gegen freie Meinungsäußerung", schrieb Geller auf ihrer Website.

Parallelen zu Attentat in Kopenhagen

Der Anschlag ähnelt dem Attentat auf eine Veranstaltung mit einem Mohammed-Karikaturisten in Kopenhagen im Februar, bei dem ein 22-Jähriger Muslim zwei Menschen erschoss. Wenige Wochen zuvor hatten Islamisten Anfang Januar in Paris bei Anschlägen auf die Satirezeitung Charlie Hebdo, die Mohammed-Karikaturen abgedruckt hatte, und auf einen jüdischen Supermarkt 17 Menschen getötet.

Für viele Muslime sind bildliche Darstellungen des Propheten als Gotteslästerung verboten. Mohammed-Karikaturen in Medien führten in den vergangenen Jahren wiederholt zu Anschlägen in Europa und zu gewaltsamen Protesten in muslimischen Ländern.