US-Präsident Obama schließt Gespräche mit gemäßigten Taliban nicht aus. Durch eine Zusammenarbeit könnten die Verhältnisse in Afghanistan stabilisiert werden.
US-Präsident Barack Obama erwägt bei der gegenwärtigen Überprüfung der Afghanistanpolitik auch eine Annäherung an moderate Talibankämpfer.
"Die Taliban sind (heute) dreister als sie waren": US-Präsident Obama erwägt dennoch Gespräche mit der radikal-islamischen Gruppierung. (© Foto: dpa)
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In einem Interview mit der New York Times meinte Obama, "Teil des Erfolges im Irak schließt die Annäherung an Leute ein, die wir als islamische Fundamentalisten ansehen würden". Zwar sei die Lage in Afghanistan schwieriger als im Irak. Dennoch "könnte es vergleichbare Chancen in Afghanistan und in der Region Pakistan geben."
Zugleich räumte Obama offen ein, dass sich die USA derzeit in Afghanistan nicht auf der Siegerstraße befinden. Auf die Frage, ob die USA derzeit den Krieg gewinnen, antwortete Obama mit "Nein". Er fügte hinzu: "Unsere Truppen machen in einer sehr schwierigen Situation einen außerordentlichen Job. Aber wir haben in den vergangenen Jahren eine Verschlechterung der Lage erlebt. Die Taliban sind (heute) dreister als sie waren."
Bereits im Wahlkampf hatte Obama für eine Annäherung an moderate Taliban plädierte, auch Verteidigungsminister Robert Gates hatte sich in den vergangenen Wochen bereits ähnlich geäußert. Obama betonte, er wolle der gegenwärtigen Überprüfung der Afghanistan-Strategie durch die Militärs nicht vorgreifen. "Aber die Lage in Afghanistan ist ... komplexer" als im Irak. So hätten dort etwa lokale Stämme einen historischen Hang zur Unabhängigkeit von der Staatsmacht.
Zugleich machte Obama aber unmissverständlich deutlich, dass verhindert werden müsse, dass Terroristen und Al-Qaida-Kämpfer die afghanisch-pakistanische Grenzregion als Rückzugsgebiet nutzen. "Eine neue Afghanistanpolitik wird im Kern eine klügere Pakistanpolitik bedeuten."
Zur Wirtschafts- und Finanzkrise meinte Obama, er könne den Amerikanern nicht versprechen, dass es in diesem Jahr Wachstum geben wird. Die Regierung bemühe sich aber, alle Voraussetzung für eine Erholung zu schaffen. Zugleich versuchte er, seinen Landsleuten Mut zuzusprechen. "Ich glaube nicht, dass die Menschen angstvoll in die Zukunft schauen müssen...Ich glaube nicht, dass die Menschen plötzlich allen unseren finanziellen Institutionen misstrauen sollen." Er forderte die Amerikaner auf, ihr Geld nicht in die Matratze zu stecken, sondern auszugeben, um die Wirtschaft anzukurbeln.
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(dpa/cag)
Reiseknigge: Türkei
Allerdings wäre es noch weitaus vernünftiger, statt mit -vermutlich nicht mehr vorhandenen - "moderaten Taliban" zu verhandeln- die ganze US-Übung in AFG schnellstens zu beenden, DENN
- erstens müsste ihm inzwischen klar sein, dass die USA-NATO dort keinen Blumenstrauss mehr gewinnen können!
- zweitens es für den Überfall auf AFG genau genommen keine valide Rechtsgrundlage gibt, und
- drittens wurde der Untersuchungsbericht über 9/11 inzwischen in allzu vielen wichtigen Punkten widerlegt,
weshalb der Afghanistan-Krieg -ähnlich wie der in Vietnam- mit steigender Wahrscheinlichkeit als US- KRIEGSVERBRECHEN in die Geschichte eingehen könnte!
Die verbreiteten Nachrichten über veränderte außenpolitischen Ansätze der US-Regierung sind hoffnungsvolle Anzeichen eines "change". Sie lassen vor allem eines erkennen: die Zeit der gewaltsamen "amerikanischen Missionoerung" scheint vorüber. Der neue Realismus zeigt sich an mehreren Fronten: Gesprächsbereitschaft gegenüber der Taliban, Annäherung an Russland, Annäherungsversuche an Syrien und Iran, vorsichtige Kritik an Israel.
Freilich sollte die Gesprächsbereitschaft nicht auf die Spaltung dern Gesprächspartner abzielen nach dem Grundsatz des "divide et impera" : mit Abbas im Westjordanland ja, mit Hamas in Gaza nie! Diese Politik wäre langfristig zum Scheitern verurteilt. Es hat in den USA Jahre gedauert, bis der Vietcong nicht nur als Terrorist gesehen, sondern in den Friedensprozess einbezogen wurde. An diese Lehre sollten sich die Amerikaner erinnern.
Tja und die Atlantiker unter den deutschen "Bürgerlichen" sind wohl zunehmend verwirrt. War man es jahrelang gewohnt den Doktrin der Neocons hinterher zu dackeln, mit dem Verweis die einzig wahren Vertreter der deutsch-amerikanischen Freundschaft zu sein. So muss man nun erkennen, dass mit der neuen US-Administration plötzlich Dogmen über Borde geworfen werden und man sich auf Realpolitik besinnt.
Von daher wäre es an der Zeit, dass sich künftig auch eine CDU-Geführte Regierung dazu durchringt deutsche Außenpolitik nicht mehr in vorauseilendem Gehorsam an US-amerikanischen Interessen auszurichten. Dies kann eben auch nach hinten losgehen, wenn die Amis einen Politikwechsel vollziehen!
Obama setzt das um, was er im Wahlkampf angekündigt hatte - ein in Deutschland unglaublicher Vorgang.
Kontakte mit den gemäßigten Taliban - Iran zur Afghanistankonferenz einladen - Raketenstreit mit den Russen vom Tisch - eigener Palästinenserstaat
in der Schweiz billigt der Nationalrat den Kampf gegen Steuerhinterzieher
bekommen wir das Jahrzehnt der Gerechten?
hat für diese Aussage nicht Kurt Beck von der gesamten deutschen Presse und dem bürgerlichen Lager vor einigen Monaten Prügel bezogen?