"Nicht fragen, nichts sagen" - nur Homosexuelle, die sich nicht dazu bekennen, dürfen in der US-Armee dienen. Doch hier strikt zu sein, kann sich das Pentagon immer weniger leisten.
"Die Präsenz von Homosexuellen bei den Streitkräften würde Ordnung und Disziplin in der Armee gefährden." Das sagte der General Colin Powell 1993, als die Clinton-Regierung anstrebte, die Rechte von Schwulen und Lesben in der US-Armee zu verbessern.
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Ein Soldat bei der Gay-Pride-Parade - das darf es eigentlich gar nicht geben. In den USA darf nur dienen, wer sich nicht als homosexuell bekennt. (© Foto: AP)
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Heraus kam bei der damaligen Kontroverse ein angeschlagener Präsident und die umstrittene "Don't ask, don't tell"-Richtlinie: Homosexuelle dürfen seit 14 Jahren in der amerikanischen Armee dienen - allerdings nur, solange sie sich nicht öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen.
Armee schaut aktiv weg
Diese Politik kann sich die US-Regierung allerdings immer weniger leisten. Derzeit ist die Armee auf jeden angewiesen, der zum Einsatz bereit ist.
Das zeigen die Zahlen zur "Don't ask, don't tell"-Richtlinie. Noch 2001 wurden weit über tausend Soldaten gefeuert, weil sie sich geoutet haben. Vergangenes Jahr waren es nur noch halb so viele. Anscheinend drückt die Armee immer öfter beide Augen zu.
In den letzten 14 Jahren sind 11.000 Armeeangehörige wegen ihrer sexuellen Orientierung entlassen worden. Darunter waren Nachrichtendienstler, medizinisches Personal und - nun am meisten vermisst - arabischsprachige Soldaten. Personen, die die Streitkräfte nun gut gebrauchen könnten.
Eine ehrlichere Lösung als aktives Wegsehen wäre aber ein offizielles Ende der umstrittenen Praxis. Dafür finden sich in Washington immer mehr Befürworter.
"Mut, Ehre, Patriotismus und Aufopferung - das sind die Eigenschaften, die unsere Frauen und Männer in Uniform auszeichnen", schreibt zum Beispiel Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton. "Die sexuelle Orientierung hat damit nichts zu tun." Ähnlich äußern sich auch Clintons Konkurrenten, die Senatoren Barack Obama und John Edwards.
Keine Angst vorm schwulen Mann
Vielleicht noch relevanter: Umfragen belegen, dass auch Armeemitglieder mehrheitlich nichts mehr gegen offen homosexuelle Kollegen haben.
Paul Rieckhoff, ein ehemaliger Kommandeur bei den Streitkräften, erklärt das gegenüber der Los Angeles Times mit einem Generationswechsel: "Heutige 18-Jährige sind mit Homosexuellen aufgewachsen, sie sehen sie im Fernsehen, Homosexualität ist Teil unserer Kultur geworden. Schwule sind nicht mehr die bösen schwarzen Männer, für die sie die Generation von Peter Pace noch hält."
Schwulsein so schlimm wie Fremdgehen
Peter Pace, ein ein ehemaliger Marinegeneral, hat die Debatte um die "Don't ask, don't tell"-Richtlinie kürzlich angeheizt. Er sagte, Homosexuelle offen in der Armee diesen zu lassen, würde unmoralisches Verhalten provozieren und bezeichnete Schwulsein als ebenso verwerflich, wie seinen Ehepartner zu betrügen.
Diese Äußerungen bewirkten einen Sturm der Entrüstung in Amerikas Schwulenszene sowie im politischen Washington und brachten das Thema neu auf die Agenda.
Doch trotz großer Unterstützung im Kongress ist eine Abschaffung der umstrittenen Richtlinie nicht so einfach. Eine Gesetzesänderung ist nötig - und dafür braucht es die Zustimmung des Präsidenten sowie eine 60-Prozent-Mehrheit im Senat.
Die gibt es bisher nicht - obwohl sogar Colin Powell seine Meinung zu Homosexuellen in der Armee inzwischen geändert hat.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de)
Also ich haab Freunde die Schwul sind und es ist mir wurscht: auch einer meiner Brüder ist schwul, kein Problem.
Aber in einem Uboot oder auf engsten Raum mit viel Körperkontakt.... hätt ich wenig bock drauf. Zu erwarten das sich jeder Soldat "poltisch korrekt" verhält ist unrealistisch. Es ist halt so das da nicht immer die gebildetsten hin gehen. Also erwarte ich auch nicht das dort Schwule mit offenen Armen empfangen werden.
offensichtlich haben sie meinen Kommentar nicht richtig verstanden...
Sie halten das für einen ernsthaften Vorschlag?
Ich glaub`s ja nicht...
"Er sagte, Homosexuelle offen in der Armee diesen zu lassen, würde unmoralisches Verhalten provozieren und bezeichnete Schwulsein als ebenso verwerflich, wie seinen Ehepartner zu betrügen."
Was sind das für Aussagen von einem zivilisieten Land wie den USA?
Hilfeeee!!
Ich lebe hier auf einem mittelalterlichen, total unterentwickelten Planeten. Wenn es Außerirdische geben sollte, holt mich hier raus. Ich habe keine Lust mehr, mir einen Planeten mit Gehirnamputierten und Barbaren zu teilen.
Als Schüler konnte ich mich nicht zu meiner Homosexualität bekennen, weil ich die Konsequenzen (welche auch immer gefürchtet habe). Sicher hätte ich mich aber outen können; es gab auch andere Mitschüler. Meine Angst war ausschlaggebend.
Wenn man nicht zu seiner Sexualität stehen kann, dann kann man auch nie der Mann sein, der man wirklich ist. Das ist absolut inakzeptabel.
Ein Teil des Problems liegt tatsächlich bei dem Homosexuellen selbst, der sich vor der vermeintlichen Reaktion seines Umfeldes fürchtet. Aber eines ist sicher: seine Sexualität ist nicht verhandelbar. Darum ist auch das Coming Out am Ende unvermeidbar.
@kw-muc
Wow, die Kamaraden mussten ja alle super super sexy attraktiv, absolut unwiderstehlich sein, dass der schwule Mann nicht kuscheln kann ohne gleich auf dumme Gedanken zu kommen.
Paging