Der Versuch, Entschlossenheit zu demonstrieren: Verteidigungsminister Guttenberg will nach den Bundeswehr-Skandalen alle Teilstreitkräfte überprüfen. Eigene Fehler eingestehen? Dafür bestehe kein Anlass.
Nach der angeblichen Meuterei auf der Gorch Fock und dem versehentlichen Todesschuss auf einen Soldaten in Afghanistan hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) umfassende Untersuchungen in der gesamten Bundeswehr angeordnet.
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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat umfassende Untersuchungen in der gesamten Bundeswehr angeordnet. (© dapd)
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"Ich habe den Generalinspekteur beauftragt, eine Überprüfung in allen Teilstreitkräften vorzunehmen, inwieweit es in den letzten Jahren und auch jetzt noch Anhaltspunkte für Rituale gibt, die den Grundsätzen der Bundeswehr widersprechen", sagte der Minister der Bild am Sonntag. Diese Untersuchungen sollen "zeitnah aufzeigen, welche Konsequenzen sich daraus ergeben müssen", so Guttenberg weiter.
Nach Berichten über eine angebliche Meuterei auf der Gorch Fock infolge des Unfalltodes einer jungen Offiziersanwärterin hatte der Minister bereits zuvor den Kapitän des Segelschulschiffs, Norbert Schatz, des Kommandos enthoben.
Der legendäre Dreimaster, der derzeit im Hafen von Ushuaia auf Feuerland liegt, soll nun so schnell wie möglich in seinen Heimathafen Kiel zurückkehren. Über seine Zukunft als Ausbildungsschiff soll noch beraten werden.
Bei den nun angeordneten Untersuchungen müsse auch geklärt werden, "ob es in Einzelfällen einen Zusammenhang zwischen Einsatzbelastung und Verstößen gegen Grundsätze der inneren Führung und Vorschriften gab, wie zum Beispiel den leichtfertigen Umgang mit Waffen", sagte Guttenberg mit Blick auf den Fall in Afghanistan, wo ein Soldat einen Kameraden versehentlich erschossen hatte.
Der Minister widersprach Vorwürfen, sein Haus habe den Bundestag über die näheren Umstände des Todes des Soldaten am 17. Dezember bewusst unzureichend oder gar falsch informiert. "Wenn einige Abgeordnete aus der Tatsache, dass es in diesem Zusammenhang eine unvollständige Meldung gab, den Versuch einer Vertuschung konstruieren wollen, ist dies schlicht unanständig", sagte der CSU-Politiker.
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Also bei allem Respekt. Das ist ja nun ungefähr so realistische, wie es die Anlegerprospekte der Göttinger Gruppe gewesen sind, für die ja die geistig-moralischen Ziehväter unseres jungen Herren Guttenberg, also die Herren Dr. H. Kohl, Hans-D. Genscher, Otto G. Lambsdorf etc. so vehement Reklame gemacht und die Geldanlage in den dortigen Fonds der Hokus-Pokus-Verschwindibusindustrie empfohlen hatten.
Als alles fertig war, war alles futsch. Nur die Ziehväter waren noch übrig. Und mit dem jungen Mann im Verteidigungsministerium wird das so ähnlich gehen. Am Ende werden alle Verdachtsmomente verschwunden sein, aber der Verteidigungsminister wird noch da sein.
Wer bitte, kennt diese Jonglierkunst der Nepper, Schlepper und Bauernfänger eigentlich noch nicht? Nach letzten Meldungen der Demoskopen sollen das ja so ca. 32-40% aller Wähler sein.
Aber nun ja. Jeder ist seines eigenen Unglückes Schmied. Lassen wir also unserer gutmenschelnden, sentimental-romantisierenden, vom Kaiser träumenden Besitzsbürgerelite ihrem Schicksal und der baldigen Erkenntnis, dass der Endsieg nahe ist.