Unterstützung für US-Militär Großbritannien beschließt Luftangriffe auf IS im Irak

Luftangriffe gegen IS: Zwei US-Kampfflugzeuge fliegen über den Nordirak. Nun beteiligt sich auch Großbritannien.

(Foto: dpa)

Das Parlament hat entschieden: Die Briten beteiligen sich mit Luftschlägen am Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" im Irak. Premier Cameron deutete mögliche weitere Angriffe in Syrien an.

  • Das britische Parlament hat sich für Luftschläge gegen IS entschieden.
  • Dänemark schickt Kampfflugzeuge gegen die IS-Miliz in den Irak.
  • Kurdische Peschmerga-Kämpfer sind zur Ausbildung in Deutschland eingetroffen.
  • Die US-Armee schätzt, dass bis zu 15 000 syrische Rebellen im Kampf gegen IS nötig sind.

Britisches Parlament stimmt Luftschlägen zu

Großbritannien schließt sich einem internationalen Militärbündnis gegen die Terrormiliz IS im Irak an. Das britische Parlament entschied mit großer Mehrheit für einen Militäreinsatz, das Unterhaus unterstützt somit die Regierung von Premierminister David Cameron. 524 stimmten für den Regierungsantrag, nur 43 stimmten dagegen. Das Mandat schließt den Einsatz von Bodentruppen aus.

Neben Premierminister Cameron von den regierenden Konservativen hatte sich zuvor im Unterhaus auch Oppositionsführer Ed Miliband für eine britische Beteiligung an Militärschlägen ausgesprochen.

Ausgeklammert ist bei dem Beschluss eine mögliche Beteiligung an Luftschlägen gegen den IS auf syrischem Boden. Cameron dagegen nannte zuvor auch die Möglichkeit, die Angriffe von Irak auf Syrien auszuweiten, da es keine rechtlichen Barrieren gebe, die Mission zu verändern. Der IS sei "eine klare und erwiesene Bedrohung für das Leben von Briten", sagte Cameron.

Die Abgeordneten waren für die Abstimmung aus der Sommerpause zurückgeholt worden. Vor einem Jahr war eine britische Beteiligung an Luftschlägen gegen das Assad-Regime in Syrien noch überraschend am Widerstand des Parlaments gescheitert. Mit den Luftschlägen schließt sich Großbritannien den USA an, die bereits seit Anfang August Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak fliegen. Als erstes europäisches Land hatte sich anschließend Frankreich an den Luftangriffen beteiligt. Die USA weiteten die Angriffe kürzlich gemeinsam mit arabischen Verbündeten auf Syrien aus.

Dänische Ministerpräsidentin Throning-Schmidt kündigt Einsatz an

Die Dänen haben sich ebenfalls dafür entschieden, sich militärisch am Kampf gegen den IS im Irak beteiligen. Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sagte, Dänemark werde sieben F16-Kampflugzeuge zur Verfügung stellen, wie die dänische Tageszeitung Politiken berichtete. Außerdem sollen dänische Soldaten im Irak helfen, Iraker und Kurden zu beraten und für den Kampf auszubilden.

Der Einsatz sei zunächst auf ein Jahr und auf den Irak begrenzt. In der nächsten Woche soll das dänische Parlament die Entsendung beschließen. Bislang hat das skandinavische Land ein Hercules-Flugzeug im Einsatz, mit dem Hilfsgüter und leichte Waffen transportiert werden können.

Kurden-Ausbildung in Hammelburg beginnt

Deutschland liefert militärische Ausrüstung an kurdische Sicherheitskräfte im Irak zur Bekämpfung von IS-Extremisten. Mittlerweile ist die erste Gruppe kurdischer Peschmerga-Kämpfer zur Ausbildung in Deutschland eingetroffen. Das teilte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums mit. Die Schulung der 32 irakischen Kurden soll demnach am Samstag im bayerischen Hammelburg beginnen und eine Woche bis 3. Oktober dauern. Bei der Ausbildung sollen die Männer zunächst in den Gebrauch der Panzerabwehrwaffe Milan eingewiesen werden, die den Kurden im Kampf gegen IS von Deutschland zur Verfügung gestellt wird.

Im Oktober soll eine weitere Gruppe von Kurden dann laut Bundeswehr darin geschult werden, wie man deutsche Feldküchen benutzt. Auch diese sollen in das irakische Kurdengebiet geliefert werden. Nach ihrer Rückkehr sollen die Peschmerga ihr Wissen an andere Kämpfer weitergeben.

15 000 syrische Rebellen für Kampf gegen IS nötig

Nach Einschätzung der US-Armee werden im Kampf gegen die Dschihadistengruppe IS im Osten Syriens bis zu 15 000 syrische Rebellen benötigt. Das sagte US-Generalstabschef Martin Dempsey im Pentagon. Diese Truppenstärke sei nötig, um verlorenes Gebiet im Osten Syriens zurückzuerobern. Der Aufbau einer schlagkräftigen Rebellentruppe am Boden sei ein wichtiger Bestandteil des US-geführten Kampfes gegen die Extremisten, ergänzte Dempsey. Luftangriffe allein reichten nicht aus, um die Gruppe zu besiegen. Für den Aufbau der Infanterie werde auf die Unterstützung der moderaten syrischen Opposition gesetzt.