Angesichts schwerer Kämpfe in Kongos Hauptstadt hat die UN-Mission die Unterstützung von EU-Soldaten angefordert. Ein Dutzend Botschafter waren im Haus des Vizepräsidenten Bemba unter Beschuss geraten.
In der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa haben erneut heftige Feuergefechte zwischen rivalisierenden Gruppen eingesetzt. "Es gibt wieder Schießereien, und dabei werden sowohl schwere wie leichte Waffen eingesetzt", bestätigte Kemal Saiki, der Sprecher der UN-Truppen im Kongo (MONUC).
Beschossenes UN-Fahrzeug: Angesichts schwerer Kämpfe wurden EU-Soldaten zu Hilfe gerufen. (© Foto: AFP)
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Der Flughafen der Stadt ist unterdessen von Regierungstruppen besetzt worden. Er sei für alle Flüge geschlossen, berichtete der südafrikanische Rundfunk.
Nach seinen Angaben kamen bei den Kämpfen seit dem Vorabend mindestens 25 Menschen ums Leben. Sie hatten im Anschluss an eine Krisensitzung mehrerer Botschafter im MONUC-Hauptquartier begonnen.
Die Botschafter hatten danach eine Unterredung im Haus von Vize-Präsident Jean-Pierre Bemba, als das Gebäude von mehreren gepanzerten Fahrzeugen beschossen wurde. Die MONUC bat die EU-Truppe (EUFOR) um Unterstützung.
In ihrem ersten Einsatz entsandte sie eine Kompanie spanischer Fallschirmjäger, die gemeinsam mit einer uruguayischen UN-Einheit 15 Botschaftern freies Geleit sicherte.
Der südafrikanische Botschafter hatte nach eigenen Angaben zuvor das Treffen verlassen und war zu Konsultationen in die Heimat abgereist. Zuvor war von 14 Botschaftern die Rede gewesen.
Schießereien nach Präsidentschaftswahl
Die Präsidentschaftswahlen waren die ersten seit 40 Jahren in dem afrikanischen Krisenstaat und werden von 17.000 UN-Soldaten sowie einem EU-Truppenkontingent unter deutscher Führung abgesichert.
Schon am Sonntagabend nach Verkündung des vorläufigen Ergebnises der ersten Runde der Präsidentschaftswahl gab in mehreren Stadtteilen Kinshasa Schießereien, bei denen mindestens fünf Menschen getötet wurden.
Im Rennen um die Präsidentschaft muss sich Amtsinhaber Kabila in einer Stichwahl dem früheren Rebellenführer Bemba stellen. Kabila verfehlte mit 44,81 Prozent der Stimmen in der ersten Wahlrunde vor drei Wochen die absolute Mehrheit. Sein Vize Bemba landete mit 20,03 Prozent auf dem zweiten Platz.
Der EUFOR gehören 2000 Soldaten aus EU-Ländern an, unter ihnen knapp 800 Soldaten der Bundeswehr. Ziel der auf vier Monate begrenzten Mission ist es, die Wahlen und den Übergang zur Demokratie zu sichern.
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(AFP/dpa)
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