Ermutigt von der weltweiten Unterstützung will Manuel Zelaya nach Honduras zurück. Dort wurden unterdessen bei Straßenschlachten mindestens 15 Menschen verletzt.

Der in Honduras gestürzte Präsident Manuel Zelaya will am Donnerstag in sein Heimatland zurückkehren. "Der vom Volk gewählte Präsident kommt", kündigte Zelaya an. "Ich kehre freiwillig zurück, unter dem Schutz des Blutes Christi, für Gott und mein Volk." Bei seiner Rückkehr werde ihn der Chef der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Jose Miguel Insulza, begleiten.

Honduras, dpa

Anhänger des gestürzten Zelaya sammelten sich am Montag vor dem Präsidentenpalast, warfen mit Steinen und zündeten Autoreifen an. (© Foto:)

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Für Dienstag plant Zelaya eine Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, am Mittwoch wollte er sich in Washington mit Barack Obama treffen. Der US-Präsident hatte den Putsch zuvor scharf verurteilt: Es würde einen "schrecklichen Präzedenzfall" schaffen, wenn der gestürzte Zelaya die Macht nicht zurückerlange, erklärte er. Zugleich bezeichnete er die Amtsenthebung als "nicht legal".

Auch die linken Staatschefs Lateinamerikas schlugen sich auf Zelayas Seite und kündigten den Abzug ihrer Botschafter aus Honduras an. Zu den Ländern zählen unter anderem Venezuela, Ecuador und Nicaragua. Diplomatischen Kreisen zufolge wollen Mexiko und mehrere weitere Länder aus Mittelamerika diesem Schritt folgen. Der 57-Jährige Zelaya bedankte sich für die weltweite Unterstützung, die er seit seiner Absetzung erfahren habe.

Nach einem Machtkampf um eine Verlängerung seiner Amtszeit hatte das Militär den Präsidenten am Sonntagmorgen festgenommen und nach Costa Rica ausgeflogen. Dabei ging es um eine Verfassungsänderung, mit der sich der linksgerichtete Politiker eine zweite Amtszeit ermöglichen wollte. Das Oberste Gericht hatte das Referendum untersagt, Zelaya zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt. Nach seiner Absetzung wurde der bisherige Parlamentspräsident Roberto Micheletti zum Interimsstaatschef ernannt. Er kündigte an, sich nicht dem ausländischen Druck zu beugen.

Mindestens 15 Verletzte und 38 Festnahmen

Ungeachtet der von Micheletti verhängten Ausgangssperre gingen am Montag erneut Hunderte Anhänger Zelayas in der Hauptstadt Tegucigalpa auf die Straße und forderten seine Rückkehr. Einige errichteten Straßensperren und zündeten Autoreifen in der Nähe des Präsidentenpalastes an, der von Soldaten umstellt war. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, eskalierte die Situation, als mit Eisenstangen und Knüppeln bewaffnete maskierte Jugendliche die Soldaten angriffen.

Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, die mit Steinen und Molotow-Cocktails warfen. Es fielen auch Schüsse. Mindestens 15 Menschen, darunter Zivilisten, Soldaten und Polizisten, wurden verletzt. Es gab 38 Festnahmen.

Die Putschisten blockierten die meisten Rundfunk- und Fernsehsender. Lediglich einige lokale Sender waren am Montag zu empfangen - Nachrichten über Demonstrationen oder die internationalen Reaktionen auf den Putsch blieben jedoch spärlich. Soldaten nahmen auch kurzzeitig vier Reporter der Nachrichtenagentur AP und drei des venezolanischen Senders Telesur in ihrem Hotel fest. Die in Paris ansässige Organisation "Reporter ohne Grenzen" kritisierte die Nachrichtensperre.

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(Reuters/AFP/AP/af/mati)