Mit drastischen Worten ziehen Unionspolitiker die Einführung eines Mindestlohns bei der Post in Zweifel. Der mühsam erreichte Koalitionskompromiss steht auf der Kippe.
Die Unionsfraktion stemmt sich gegen die schnelle Einführung eines Mindestlohns bei der Post. Damit stellt die Fraktion die Abmachungen in Frage, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) getroffen hat.
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Streitfall Mindestlohn bei der Post: Die Union stellt den Koalitionskompromiss in Frage. (© Foto: ddp)
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Konkret beschloss die Fraktionsführung, den Entwurf zur Aufnahme der Postdienstleistungen in das Entsendegesetz nicht in den Bundestag einzubringen. Begründet wurde dies mit erheblichen Zweifeln an dem Vorhaben, den Tarifvertrag der Post AG auf die gesamte Branche auszuweiten.
"Die ganze Sache riecht", sagte der Chef der CSU-Landesgruppe, Peter Ramsauer. Er sprach von "politischem Gammelfleisch". Im Moment stünden die Chancen schlecht, dass die Unionsabgeordneten zustimmen würden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Norbert Röttgen, nannte das bisherige Vorgehen fragwürdig.
Damit zieht die Union den Koalitionskompromiss zum Mindestlohn, der mühsam geschlossen wurde, bei seiner ersten Anwendung in Zweifel. Die Spitzen von CDU, CSU und SPD hatten im Sommer vereinbart, keinen bundesweiten Mindestlohn einzuführen. Stattdessen sollte es möglich sein, für einzelne Branchen Lohnuntergrenzen festzusetzen.
Bei seiner Klausur in Meseberg hatte das Kabinett beschlossen, die Postbranche unter bestimmten Bedingungen zum 1. Januar 2008 in das Entsendegesetz aufzunehmen und für Zusteller einen Mindestlohn einzuführen.
Auf Grundlage des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes können in bestimmten Branchen durch Rechtsverordnung des Arbeitsministeriums Mindeststandards für Arbeitsbedingungen festgelegt werden. Das Kabinett will den Entwurf zur Postbranche an diesem Mittwoch verabschieden. Ende des Jahres soll der erst kürzlich geschlossene Tarifvertrag für allgemeingültig erklärt werden, in dem sich der von der Deutschen Post dominierte Arbeitgeberverband und die Gewerkschaft Verdi auf einen Mindestlohn verständigt haben.
Danach soll für den Osten ein Stundenlohn von acht Euro und im Westen für 8,40 Euro gelten. Die Konkurrenten der Post zahlen niedrigere Sätze und müssten die Löhne anheben. Die Arbeitgeber sprechen von einem "wettbewerbsschädlichen Lohndiktat".
Die Unionsfraktion bezweifelt, dass die Voraussetzungen für die Allgemeinverbindlichkeitserklärung erfüllt sind. Zwei Seiten hätten sich geeinigt, um die Verhältnisse Dritter zu regeln, sagte Röttgen. Ramsauer sprach von einem "Mauscheltarifvertrag". Die Fraktion werde nicht zustimmen, solange ihre Fragen nicht geklärt seien.
Das Vorgehen der Union stößt bei der SPD auf Kritik. Fraktionschef Peter Struck sagte, er habe kein Verständnis für die Union, glaube aber, dass sie "sich eines Besseren besinnen wird". Generalsekretär Hubertus Heil sagte: "Der Post-Mindestlohn wird kommen. Die CDU wird sich daran die Zähne ausbeißen." Mit dem Ende des Briefmonopols der Post Anfang 2008 drohten sonst Dumpinglöhne. Arbeitsminister Müntefering wollte sich nicht äußern.
Nach einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gelten für 1,4 Millionen Beschäftigte in sechs Branchen Mindestlöhne. Neben dem Baugewerbe sind davon Maler, Lackierer, Dachdecker oder Gebäudereiniger betroffen. Die Stundenlöhne schwanken zwischen 6,36 Euro und 12,40 Euro.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 19.9.2007)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
...ich hasse es ja eigentlich, wieder einmal richtig gelegen zu haben, was das "vorher lautstark tröten - hinterher schnell wieder den Schwanz einziehen" betrifft.
Vielleicht sollte die SPD beim nächsten Mal weder die Problembären noch irgendwelche schwulen Bürgermeister, sondern ganz einfach mich fragen, wie man es richtig macht. :-))
bei dem Kampf sitzt eine ganz illustere Runde zusammen. Nicht nur die Post und die Gewerkschaft. Nein, auch die ganz großen Verlage (WAZ, Holtzenbrinck, Burda, ...) reden hier mit. Nicht zu vergessen sind der Otto-Versand, das holländische Königshaus (TNT), und und und. Alle wollen auf den Markt, und billiger als die Post.
Der Wettbewerb soll aber nicht in der Leistung, sondern über die Lohnkosten ausgetragen werden. Die Verlagshäuser sind besonders daran interessiert. Also ist Lobby-Arbeit angesagt. Und wer will schon eine schlechte Presse haben.
Ergebnisse letzte "Sonntagsfrage":
CDU/CSU min. 38% max. 40%
SPD min. 27% max. 29%
Grüne min. 9% max. 11%
FDP min. 8% max. 9%
DIE LINKE min. 10% max. 11%
DER REST ist wurscht.
Quelle: "http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm"
Fangen Sie schon einmal an zu rechnen, vielleicht klappt´s ja mit RosaRotGrün. Und dann viel Spasss.
Freundliche Grüße
Und der "Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger" BDZV droht sogar mit einer Verfassungsklage, sollten diese Mindestlöhne für allgemeinverbindlich erklärt werden.
Von wegen "Eingriff in die unternehmerische Freiheit" etc.
Die Politiker setzen sich ja ihre "allgemeinverbindlichen Mindestlöhne" (Diäten) selbst fest...
... aber nicht durch den Arbeitgeber sondern wenn das arme Schw..n den demütigenden Gang zu Hartz 4 hinter sich hat von jedem der noch einen Job hat der ein paar Cent über Hartz 4 liegt. Gleichzeitig wird dann aber auch gegen zu hohe Lohnnebenkosten gejammert.
Diese Politik des Lohndumpings richtet sich also keineswegs nur gegen diejenigen die direkt betroffen sind.
Das Wort asozial beschreibt das am besten was da gemacht wird und das Verhalten in der Abstimmung als es darum ging hier ein wenig Gerechtigkeit herzustellen werde ich der SPD nicht zu schnell verzeihen.
Paging