Noch immer steht kein Termin für die Unabbhängigkeitserklärung des Kosovo fest. Entgegen einer anderslautenden Ankündigung nannte Regierungschef Thaci noch kein Datum. Der kommende Sonntag gilt als wahrscheinlich.
Mit großer Spannung hatte man in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, am Freitag eine Pressekonferenz von Hashim Thaci, dem Ministerpräsidenten der Provinz, erwartet: Er sollte bekannt geben, wann der Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt.
Ministerpräsident Thaci legte sich in Pristina nicht auf einen Termin für die Unabängigkeitserklärung fest. (© Foto: Reuters)
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Doch entgegen der Ankündigung äußerte Thaci sich nicht dazu. Das Wort "Unabhängigkeit" fiel kein einiziges Mal. Thaci sagte lediglich, dass das Parlament neue Gesetze verabschiedet habe, die dem Kosovo eine "bessere Zukunft" gewährleisten würden.
Zuvor hatte ein Sprecher Thacis der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mitgeteilt, das Kosovo wolle seine Unabhängigkeit am Sonntag um 17 Uhr ausrufen. Auch serbische Medien hatten über diesen Termin spekuliert.
Auf die Frage eines Journalisten nach einem konkreten Termin sagte Thaci in Pristina: "Lassen Sie uns beim Thema der Pressekonferenz bleiben". Thaci hatte über die Rechte der serbischen Minderheit im Kosovo gesprochen.
Serbische Politiker wollen gegen Abspaltung des Kosovo kämpfen
Die Kosovo-Albaner streben seit Jahren die Unabhängigkeit von Serbien an. Internationale Verhandlungen mit dem Ziel, eine einvernehmliche Lösung mit der Regierung in Belgrad herbeizuführen, waren gescheitert. Serbien und Russland haben den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, sich einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo entgegenzustellen.
Unterdessen hat Serbiens Präsident Boris Tadic angekündigt, mit aller Entschlossenheit gegen die Unabhängigkeit des Kosovo vorzugehen. "Ich werde den Kampf um unser Kosovo niemals aufgeben, und ich werde mit aller Macht für den Beitritt Serbiens zur Europäischen Union kämpfen", sagte der Politiker nach seiner Vereidigung am Freitag.
Serbiens nationalistischer Ministerpräsident Vojislav Kostunica hat seine Landsleute mittlerweile darauf eingestimmt, dass die Unabhängigkeit der südserbischen Provinz Realität werden wird. Diese könne er nicht verhindern, werde sie aber niemals akzeptieren. Zwischen Tadic und Kostunica ist strittig, ob sich die Balkan-Republik weiter nach Europa bewegen soll, falls die EU der Unabhängigkeit des Kosovo zustimmt.
Die meisten EU-Mitglieder und die USA wollen ein unabhängiges Kosovo anerkennen. Russland steht dagegen auf der Seite Serbiens und hat wiederholt vor den Folgen einer Selbstständigkeit der Provinz gewarnt.
(dpa/AFP/Reuters/maru/bavo)
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