Vor den Vereinten Nationen hat Irans Präsident Dialogbereitschaft signalisiert - und Israel des Völkermords bezichtigt. Mehrere Delegationen verließen den Saal, auch die deutsche.
Bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad der Welt den Dialog angeboten; zugleich nutzte er den Auftritt, um Israel erneut scharf anzugreifen. Mehrere Delegationen - darunter die deutsche - verließen den Saal.
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Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad vor der UN-Generalversammlung. (© Foto: AP)
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Ahmadinedschad hat sich offen für Dialog gezeigt. Der Iran sei bereit, jede Hand zu schütteln, die "uns ehrlich ausgestreckt wird", sagte Ahmadinedschad vor der UN-Vollversammlung in New York. US-Präsident Barack Obama hat die Metapher der ausgestreckten Hand mehrfach benutzt, um seine Bereitschaft zu einem Dialog mit dem Iran zu unterstreichen.
Beschuldigungen an die westliche Welt
Bei allen versöhnlichen Tönen griff er dennoch die USA an und beschuldigte "ausländische Mächte" mit Verweis auf die Kriege im Irak und Afghanistan, "Krieg, Blutvergießen, Aggression, Terror und Einschüchterung" zu verbreiten. Zudem verurteilte er den Kapitalismus in seiner Reinform, weil dieser laut dem Präsidenten die Entwicklungsländer unterdrücke.
Laut New York Times protestierten Tausende Menschen, darunter viele Exil-Iraner, gegen Ahmadinedschad, der im Juni in einer umstrittenen Wahl im Amt bestätigt wurde.
Irans Präsident griff in seiner Rede erneut Israel scharf an, wobei er das Land nie beim Namen nannte, sondern nur vom "zionistischen Regime" sprach. Er warf Israel unter anderem "unmenschliche Politik" gegenüber den Palästinensern vor. Diese seien Opfer von "Völkermord". Israel habe im Winter im Gazastreifen einen "barbarischen Krieg" zu verantworten, sagte Ahmadinedschad.
Auf dem Podium der Generalversammlung erging sich Ahmadinedschad auch in antisemitischen Verschwörungstheorien: In offensichtlicher Anspielung auf das jüdische Volk sagte er, es sei nicht hinnehmbar, dass eine "kleine Minderheit durch ihre komplizierten Verstrickungen die Politik, Wirtschaft und Kultur in großen Teilen der Welt dominiert, eine neue Form der Sklaverei errichtet und den Ruf anderer Nationen schädigt, sogar den europäischer Nationen und der USA, um ihre rassistischen Ziele zu erreichen", sagte der iranische Präsident.
Aus Protest gegen die Rede verließen mehrere Delegationen den Saal. Neben den USA taten dies auch mehrere europäische Gesandschaften, unter ihnen die deutsche Delegation. "Es ist enttäuschend, dass Herr Ahmadinedschad einmal mehr hasserfüllte, beleidigende und antisemitische Rhetorik gewählt hat", erklärte der Sprecher der US-Mission bei den Vereinten Nationen, Mark Kornblau. Auch die Delegationen Großbritanniens, Argentiniens und Australiens verließen den Saal.
Die israelische Delegation hatte die Rede Ahmadinedschad von vornherein boykottiert und war zu ihrem Beginn nicht mehr im Saal.
Den Holocaust leugnete Ahmadinedschad während seiner Attacken gegen Juden und Israel nicht. Erst vergangene Woche hatte er bei einer Kundgebung in Iran den Völkermord der Nazis an den Juden als Lüge bezeichnet.
Das umstrittene Atomprogramm Irans kam in Ahmadinedschads Rede nicht vor. Lediglich einmal spielte er darauf an: Sein Land wolle sich für den Weltfrieden einsetzen. Gleichzeitig verteidige Iran aber auch seine legitimen Rechte.
Vor Ahmadinedschads Auftritt hatten bereits Libyens Präsident Muammar al-Gaddafi und US-Präsident Barack Obama vor der Generalversammlung gesprochen.
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(AP/AFP/jab/odg)
Bundespräsident Gauck
"Wie viele Iraner...
.. haben zur Zeit wohl noch ausreichend Sprit, Heizung und Nahrungsmittel? "
Och, vermutlich mehr als in Gaza oder den Zeltstädten, die in Amerika aus dem Boden schiessen! Aber nett, dass sie sich soviele Sorgen um die Iraner machen!
Wenn es um Israel geht, aber auch um die Leugnung des Holocaust haben viel hier plötzlich einen Fürsprecher gefunden. Sehr sehr merkwürdig.
.. haben zur Zeit wohl noch ausreichend Sprit, Heizung und Nahrungsmittel?
Und was macht ihr "legitimer" "beliebter" und "demokratisch gewählter" Präsident dagegen? Nichts, außer die Situation mit seinen "Reden" noch weiter zu verschlimmern.
Wer hier noch Pro-Ahmadinedschad zu argumentieren versucht, und norisch auf Isr. ablenkt, zeigt recht deutlich, welch geistes Kind er ist.
Oh, wir sind wieder in der stundenlang Zensur gelandet.
"'Es ist enttäuschend, dass Herr Ahmadinedschad einmal mehr hasserfüllte, beleidigende und antisemitische Rhetorik gewählt hat', erklärte der Sprecher der US-Mission bei den Vereinten Nationen, Mark Kornblau."
Dass ein Herr Kornblau dieser Meinung ist, erscheint mir nicht ganz unlogisch! Pikanterweise unterstützt der Name sogar Ahmadinedschads Worte.
Man kann von ihm halten, was man will, wie es im Iran aussieht, wir man nur wissen, wenn man das Land vor Ort in Augenschein nimmt, ob die Wahl nun rechtens war oder nicht... wer will das aus der Ferne beurteilen können. Kritik an Israel zu üben darf aber kein Tabu sein, denn es gibt reichlich Kritik zu üben. Da einfach den Saal zu verlassen, zeigt die Haltung des Westens diesem Thema gegenüber. Statt mit Argumenten die Worte des Präsidenten zu entkräften ergreifen sie die Flucht. Das ist nicht nur undemokratisch, sondern auch dumm, denn es kann Ahmadinedschad auch zum Vorteil werden, wenn er vor seinem Volk sagen kann, dass der mit den Israelis verschworenen Länder nicht einmal bereit seien, seine Worte zu hören und sich schon damit so sehr mit dem Land solidarisieren würden.
Es wird also nicht der Dialog gesucht, sondern die Flucht. Der Fingerzeig ist klar: Die Bösen sind identifiziert, wir wollen nichts anderes hören.
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