UN-Sicherheitsrat Frankreich fordert Friedenstruppen für Mali

Blauhelme für Mali: Frankreich hat beim UN-Sicherheitsrat eine Friedensmission in der Krisenregion für die Zeit nach dem Abzug der französischen Soldaten beantragt. Wenn alles nach Plan geht, könnte die internationalen Truppen schon bald das Kommando übernehmen.

Frankreich hat den UN-Sicherheitsrat offiziell um die Entsendung einer internationalen Friedenstruppe für die Zeit nach dem französischen Militäreinsatz in Mali gebeten. Die Regierung in Paris strebe ein entsprechendes Mandat für UN-Truppen an, sagte Außenminister Laurent Fabius in Paris. Er schloss nicht aus, dass die UN-Mission schon im April beginnen könne.

Die Mali-Mission der Westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas solle den Einsatz in Mali übernehmen, die Federführung solle bei den Vereinten Nationen liegen, sagte Fabius. UN-Diplomaten zufolge wird eine Resolution im Sicherheitsrat bis Anfang März angestrebt. "Französische Truppen werden nicht in Mali bleiben und es sollte eine Übergangszeit in den kommenden Wochen geben, bevor Blauhelme entsandt werden", sagte der französische UN-Botschafter Gérard Araud. Der Sicherheitsrat habe zugestimmt, die Bitte zu prüfen.

Frankreich hatte am 11. Januar militärisch in Mali eingegriffen und zusammen mit malischen Soldaten den Vormarsch der Islamisten gestoppt, die den Norden des Landes kontrollierten. Nach den bisherigen Planungen sollen Truppen der Westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas die Franzosen bald ablösen. Frankreichs Staatschef François Hollande sagte seiner Sprecherin zufolge, die französischen Soldaten könnten Mali ab März verlassen "wenn alles wie vorgesehen läuft", Frankreich werde nicht dauerhaft in Mali bleiben. Die Afrikaner und die Malier selbst müssten Garanten für die Sicherheit und die territoriale Einheit des Landes sein.

Dem Verteidigungsministerium in Paris zufolge sind derzeit 4000 französische Soldaten in Mali im Einsatz - und damit fast doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Seit dem Beginn des Einsatzes wurden laut dem Verteidigungsministerium "mehrere hundert Islamisten" getötet. Auch ein französischer Soldat starb zu Beginn des Einsatzes.