Die Verhandlungen in Wien über den künftigen Status des Kosovo sind gescheitert. Weder Serben noch Albaner machten Zugeständnisse. Grundlage der Verhandlungen war der Plan des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari.
Serben und Kosovo-Albaner haben sich auch bei den abschließenden Gesprächen über die Zukunft des Kosovo nicht einigen können.
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Die Verhandlungsrunde in Wien sei ohne Einigung zu Ende gegangen, teilte der UN-Sondergesandte für das Kosovo, Martti Ahtisaari, am Freitag in Wien mit.
"Ich muss Ihnen offen sagen, dass die beiden Gesandtschaften immer noch diametral entgegengesetzte Sichtweisen haben", was den zukünftigen Status der südserbischen Provinz angehe, sagte er.
Ein Berater des serbischen Präsidenten Boris Tadic wies darauf hin, dass keine Einigung zu erwarten gewesen sei. Ein letztes Treffen aller Parteien wurde für den 10. März anberaumt.
Keine Seite bewegt sich
Serben und Kosovo-Albaner hätten sich bei der fast dreistündigen Sitzung am Vormittag "nicht bewegt", sagte der UN-Sondergesandte Ahtisaari.
Vielmehr hätten beide Seiten ihre sehr unterschiedlichen Sichtweisen zu den wichtigsten Themen verteidigt. Ahtisaari kündigte an, er werde die Anmerkungen berücksichtigen, wenn er seinen Vorschlag überarbeite; die aktualisierte Fassung werde er den Regierungen in Belgrad und Pristina rechtzeitig zukommen lassen.
Die beteiligten Parteien wollen ein letztes Mal am Samstag kommender Woche zusammenkommen. Ende des Monats will Ahtisaari seinen Kosovo-Plan dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorlegen.
Ein Berater des serbischen Präsidenten Tadic sagte vor Journalisten, mit einer Einigung sei nicht zu rechnen gewesen.
Belgrad lehnte UN-Plan bereits im Februar ab
Die Regierung in Belgrad hatte Ahtisaaris Plan abgelehnt, als er ihn Anfang Februar vorgelegt hatte. Der Sprecher der kosovarischen Gesandtschaft in Wien sagte, seine Seite habe bei den Gesprächen wiederholt, dass sie den Vorschlag des UN-Gesandten "in vollem Umfang" annehme.
Die Vertreter Serbiens und des zu 90 Prozent von Albanern bewohnten Kosovo waren am Mittwoch zu einer letzten Verhandlungsrunde zusammengekommen.
Ahtisaari hatte Anfang Februar seinen Plan vorgestellt, in dem zwar nicht die Unabhängigkeit des Kosovo vorgesehen ist, aber eine weitgehende Souveränität unter internationaler Kontrolle.
Die Serben sind damit nicht einverstanden, weil sie das Kosovo als Teil ihres Staatsgebiets betrachten. Die Kosovo-Albaner wünschen hingegen eine vollständige Unabhängigkeit.
(sueddeutsche.de/AFP)