UN: Nuklearreport Iran testet sich der Atombombe entgegen

Iran kann offenbar eine "funktionierende" Atombombe bauen. Das sei das Ergebnis umfangreicher Tests, zitiert die New York Times eine vertrauliche Analyse.

Seit Monaten gab es Gerüchte über einen Report der Nuklear-Experten der UN. Das Dokument heißt "Mögliche militärische Dimensionen der iranischen Nuklaerprogramms" - und setzt nun US-Präsident barack Obama und seine Verbündeten in Zugzwang.

Danach verfügt Iran bereits über ausreichende Kenntnisse zum Bau von Atombomben. Die New York Times berichtet unter Berufung auf eine vertrauliche Analyse der Internationalen Atom-Energiebehörde IAEA, dass die islamische Republik in den vergangenen Jahren "genügend Informationen" zur Herstellung eines nuklearen Sprengkörpers gesammelt habe.

Das Land habe sein Wissen durch eigene umfangreiche Forschung und Tests ausgebaut, heißt es in der Analyse weiter, wie die Zeitung unter Berufung auf europäische Regierungsvertreter berichtete.

Ein nicht genannter hoher europäischer Beamter hat der New York Times nach Angaben der Zeitung in Interviews den Inhalt des Berichtes beschrieben. Das Dokument sei in diesem Jahr erstellt worden. Danach sei es überarbeitet und ausgeweitet worden. Die Hauptschlussforderungen seien aber unverändert geblieben. Es sei jedoch nicht reif für die Veröffentlichung als offizielles Dokument, wird der Beamte zitiert.

Nach Angaben der Zeitung wurden für den Bericht eine Reihe von Atomwaffenexperten innerhalb und außerhalb der IAEA herangezogen. Darin ist von einem komplexen Programm unter Leitung des iranischen Verteidigungsministeriums die Rede. Ziel sei die Entwicklung einer atomaren Sprengladung für Shahab-3-Raketen. Nach Informationen der IAEA begann des Programm bereits Anfang 2002.

Wie weit die Arbeit an der Atombombe bereits fortgeschritten ist, lässt der Bericht offen. Aber Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erscheint danach als gefährlicher Machthaber.

Laut New York Times gehen die Schlussfolgerungen der vertraulichen IAEA-Analyse weiter als die bisher öffentlich vertretenen Positionen der meisten Regierungen einschließlich Washingtons.

Der Chef der Internationalen Atom-Energiebehörde, Mohamed El Baradei, reiste am Samstag nach Teheran. Er will dort Gespräche über die bislang geheime Anlage zur Urananreicherung des Irans führen.

Erst am Donnerstag waren die monatelang ausgesetzten Verhandlungen zwischen Iran und den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland wieder aufgenommen worden. Der Westen verdächtigt den Iran, nach Kernwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.