Der deutsche Außenminister hat die gemeinsame Grundsatzerklärung der UN-Mitglieder als enttäuschend bezeichnet. Venezuelas Staatschef Chavez warf den USA Blockade vor und forderte sogar eine Verlegung des UN-Hauptsitzes.

"Deutschland hätte sich ... ein Dokument mit sehr viel klareren Handlungsaufträgen gewünscht", sagte Fischer am Donnerstagabend in New York.

Fischer hält eine Reform des Sicherheitsrates weiterhin für wichtig. (© Foto: Reuters)

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Es sei besonders bedauerlich, dass zu so dringenden Fragen wie Abrüstung und Nichtverbreitung von Nuklearwaffen keine Einigung erzielt werden konnte. Ebenso vermisse er eine von allen Seiten akzeptierte Terrorismusdefinition, sagte Fischer in New York.

Das 35-seitige Abschlussdokument sieht multilaterale Aktionen gegen Terrorismus und Armut sowie zur Stärkung der Menschenrechte und für die Reform der Vereinten Nationen vor.

Das Papier sollte am Freitag zum Gipfelsschluss von allen UN-Mitgliedstaaten formal verabschiedet werden. Vor Fischer hatten auch schon andere Gipfelteilnehmer sowie UN-Generalsekretär Kofi Annan in ihren Gipfelreden Enttäuschung über den Entwurf durchblicken lassen.

Außer auf die Umsetzung der Millenniumsziele und verstärkten Investitionen in die Entwicklung legt der Außenminister großen Wert auf eine tief greifende UN-Reform. Diese wiederum könne nur gelingen, wenn auch der Sicherheitsrat reformiert werde. "Diese Reform wird auf der Tagesordnung bleiben müssen", erklärte er dem Plenum.

Kurz zuvor hatte Fischer Journalisten versichert, dass Deutschland sein Streben nach einem ständigen Sitz in dem wichtigen UN-Entscheidungsgremium nicht aufgegeben habe. Allerdings ziehe sich die Anpassung des Rates an die politischen Realitäten des 21. Jahrhunderts offenbar länger hin als erwartet.

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