UN-Bericht zu Nordkorea Der richtige Platz für Kim und Konsorten

Das Bild zeigt Machthaber Kim Jong Un: Der Bericht der Vereinten Nationen hat Erschreckendes über die Lage in Nordkorea zu Tage gebracht.

Selten zuvor haben die Vereinten Nationen eine solch brutale Lektüre verabreicht. Nach dem Bericht zur Menschenrechtslage wird kein Staat künftig mehr sagen können, man werde sich schon arrangieren mit Nordkorea. Auch China nicht.

Ein Kommentar von Stefan Kornelius

Ein Jahr lang hat eine Kommission des UN-Menschenrechtsrats über Nordkorea zu Gericht gesessen. Ein Jahr lang hat diese Gruppe akribisch Beweise gesammelt, Flüchtlinge interviewt und Indizien gewichtet. Weil es sich um ein zahnloses Gremium handelt, wurde die Kommission selbstverständlich nicht nach Nordkorea hineingelassen. Ihr wurde auch die Recherche in China verwehrt.

Dennoch ist auf 372 Seiten in unvergleichbarer Dichte eine Anklageschrift entstanden, die nur einen Adressaten kennen kann: den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Wer über Nordkorea liest oder schreibt, der gewöhnt sich allzu schnell an das Unerträgliche. Menschen verschwinden zu Hunderttausenden in Lagern, sie werden gefoltert, schikaniert, ermordet. Eine Bevölkerung von 25 Millionen Menschen hungert, weil Hunger auch ein Machtinstrument sein kann. 25 Millionen Menschen werden gehirngewaschen, erniedrigt, umerzogen, manipuliert, weil es dem Machterhalt eines komplexen Apparates dient, dessen Führungsfiguren gar nicht mehr ausbrechen können aus der selbst geschaffenen Katastrophe.

UN werfen Nordkorea Gräueltaten vor

Die Fälle reichen von Folter über sexuelle Gewalt bis zur Sklaverei: Ein Bericht der Vereinten Nationen zur Menschenrechtslage in Nordkorea bringt Schreckliches zutage. Das UN-Gremium fordert ein Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof. mehr ...

Selten zuvor hat die UN eine derart brutale Lektüre verabreicht. Niemand wird künftig sagen können, man werde sich schon arrangieren mit Nordkorea. Auch China nicht. Der richtige Platz für Kim und Konsorten wäre in Den Haag. Wenigstens steht das nun in einem UN-Bericht.