Die USA und die Niederlande boykottieren die umstrittenen Antirassismus-Konferenz. Auch in Europa gibt es Befürchtungen, die UN-Konferenz könnte in eine Anklage gegen Israel umfunktioniert werden.
Washington fürchtet, dass bei der UN-Konferenz gegen Rassismus der israelisch-palästinensische Konflikt einseitig herausgestellt werden könnte. Bei den Vorbereitungen seien "Voreingenommenheiten in Schlüsselfragen" deutlich geworden, "die nur durch Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinenser gelöst werden könnten."
Prominentester Redner in Genf: Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad. (© Foto: dpa)
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Nach den USA haben am Sonntag auch die Niederlande ihre Teilnahme abgesagt. Zur Begründung erklärte Außenminister Maxime Verhagen, einige Staaten versuchten weiterhin, die UN-Konferenz zu missbrauchen, um religiöse Anschauungen über die Menschenrechte zu stellen. Auch andere Länder, darunter Deutschland, befürchten, dass die Konferenz zu einer Bühne für anti-israelische Stellungnahmen werden könnte. Die Teilnahme Deutschlands, Italiens und anderer EU-Staaten steht daher noch in Frage.
Nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wird sich die deutsche Teilnahme an der Konferenz erst am Sonntagnachmittag entscheiden. Er habe darüber am Samstag mit dem Vertreter der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft sowie anderen Amtskollegen gesprochen, sagte er.
Als bislang prominentester Redner hat sich der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad in Genf angemeldet, der am Montagnachmittag zu Wort kommen soll.
Die Konferenz mit einem Eklat
Auch Kanada und Israel haben bereits abgesagt. Die EU drohte im März mit Boykott. Die Schweiz entschloss sich dagegen am Samstag zur Teilnahme. Israel kritisierte das geplante Treffen des Schweizer Bundespräsidenten Hans-Rudolf Merz und des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad im Vorfeld scharf kritisiert. Der stellvertretende Außenminister Danny Ajalon bezeichnete es im israelischen Armeeradio als "erbärmlich".
Die USA sagten ihre das Teilnahme mit ausdrücklichem Bedauern ab. "Die Vereinigten Staaten sind dem Engagement tief verbunden, Rassismus und rassistische Diskriminierung zu beenden", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Robert Wood.
Zwar sei das gegenwärtige Konferenzdokument im Vergleich zu früheren Entwürfen deutlich besser geworden. Es gebe aber weiterhin Passagen, die die USA nicht akzeptieren könnten.
Das Treffen setzt die große Antirassismus-Konferenz von Durban im Jahr 2001 fort. Damals hatten sich rund 170 Länder auf ein Aktionsprogramm zur Bekämpfung von Diskriminierung verständigt. Gleichwohl endete diese Konferenz mit einem Eklat. Die Vertreter der USA und Israels reisten empört ab, weil in einem Resolutionsentwurf der Zionismus als Rassismus bezeichnet wurde.
Scharfe Kontroversen hatte es auch während der Vorverhandlungen über das Abschlussdokument der jetzt beginnenden Konferenz gegeben. Westliche Staaten verstanden darin enthaltene Formulierungen zum Nahostkonflikt als einseitige Verurteilung Israels.
Lange Ungewissheit über Abschlussdokument
Umstritten war auch die von islamischen Ländern gewünschte Passage gegen die Diffamierung von Religionen, von der westlichen Nationen eine Einschränkung der Meinungsfreiheit befürchteten. Auch diese Passage wurde von den USA am Samstag ausdrücklich kritisiert.
Am Freitagabend gelang im Vorbereitungskomitee eine Einigung auf ein Kompromisspapier, das diese Punkte nicht mehr enthält. Menschenrechtsorganisationen sehen die Forderungen des Westens damit als erfüllt an.
Wegen der langen Ungewissheit über das Abschlussdokument hatten bis Freitag nur wenige hochrangige Gäste zugesagt, darunter die Staatschefs von Montenegro, Togo und Osttimor. Mehrere hundert Nichtregierungsorganisationen sind vertreten. Eröffnet wird die Konferenz von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.
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(dpa/Reutes/af/mel)
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in einem Punkt stehe ich auf Ihrer Seite, nämlich das Israel ein legitimer Staat ist,Punkt. Der Rest dessen was Sie schreiben kann und werde ich nie nachvollziehen können weil ich im Gegensatz zu Ihnen nie die Kritik des syrischen Staates noch der anderen der von Ihnen genannten Staaten im besonderer Weise benannt habe. Und ausserdem, das die von Ihnen genannten Staaten nicht den Wunsch haben sich mit ihren Nachbarn in gutem gemeinschaftlichen Einvernehmen zu leben kann nur polemischen Ursprunges sein. Denn, wie sieht es denn mit dem Bestreben seitens des Staates Israel aus, sich mit seinen Nachbarn ins Benehmen zu setzen???? Immer nur Forderungen stellen an die jeweils andere Seite ohne auch nur einmal daran zu denken selber auch einen für die andere Seite annehmbaren Vorschlag zu machen. Und ausserdem Sie benutzen eine Sprache, z.B. Kampfmittel, Feindbild, zu bekämpfen, usw.usw.usw., die mich zu der Überzeugung kommen läßt, hier wird die Wahrheit verfälscht, zumindest nicht objektiv zugelassen.
Wie sieht es denn aus mit dem Staate Israel, selbst über Atomwaffen zu verfügen, dies auch noch Gebetsmühlen mäßig zu verneinen obwohl die informierte Weltgemeinschaft weiß das diese menschenverachtenden Waffen sich in ihrem Lande befinden. Dieses Vernichtungsarsenal selber zu besitzen und es anderen Staaten zu versagen. Ja wie verkommen ist denn diese Welt wenn es um Frieden geht. Es geht nicht, immer nur Forderiungen an alle Anderen zu stellen, sondern darum, einen konstruktiven Beitrag zu leisten der den Völkern Frieden und Freiheit für alle Zeiten garantiert. In diesem Zusammenhang fällt mir das geflügelte Wort ein: Selber Wein saufen und den anderen Wasser predigen.
In Europa hat man die Befürchtung, die UN-Konferenz könne in eine Anklage gegen Israel umfunktioniert werden.
Ja, wo ist denn das Problem? Es gibt allen Grund, Israel einmal die Leviten zu lesen. Und nun soll mir niemand mit der "historischen Verpflichtung" kommen. Denn Israels Politik hat mit den Holocaust-Opfern nichts zu tun. Das sind zweierlei Paar Schuhe.
Es zeugt schon von einer gewissen Arroganz, den "guten" Staaten alle Narrenfreiheit zu lassen, den "bösen" Staaten jedoch sofort über den Mund zu fahren, sobald sie diesen aufmachen.
Deutschland soll, wie ich hörte, auch die Teilnahme an der Konferenz abgesagt haben. Das muß einem aber nicht wirklich wundern. Wir müssen gewissen Staaten ja mal wieder in den Allerwertesten kriechen.
Es ist nicht beschämend, dass westliche Staaten ihre Teilnahme absagen. Es ist konsequent und vielleicht auch richtig. Sicherlich ist der Dialog eine wichtige Sache, llerdings nicht zu jedem Preis. Ich bin mir nicht sicher ob ihnen bewust ist, dass es sich bei der Kritik an Israel seitens Staaten wie dem Iran, Syrien, Venezuela etc. nicht um eine konstruktive Kritik mit dem Wunsch zur Verbesserung des Zusammenlebens der Menschen geht. Es handelt sich dabei viel mehr um einen kollportierten Antisemitismus. So lange diese Staaten Israel sein Existenzrecht absprechen, kann die Kritik als politisches und ideologisches Kampfmittel angesehen werden mit dem Ziel, das Feindbild "rassistischer und herrschaftsstrebender Juden" weiter auszubauen und in der Weltgemeinschaft zu verankern. Dies ist mit aller Härte abzulehnen und zu bekämpfen. Dies heißt nicht, dass Israelis oder Juden nicht ebenso rassistisch sein können wie andere Menschen, aber eine generelle Rollenzuweisung, wie sie bezüglich "Der Juden" historisch eine sehr lange Traditionslinie bildet, kann nicht geduldet werden.
Zu ihrer Aussage bezüglich der Anbiederung z.B. Deutschlands an Israel Frage ich mich, ob ihnen bewusst ist, dass sie ebnfalls Anzeichen eines klischeehaften Rollenbildes in sich trägt. Als ob es zwei Blöcke gibt: Israel und den Rest der Welt. Bedeutet dies also, wenn ich mich in bestimmten Punkten zu Israel bekenne und dieses Land unterstütze, stelle ich mich gegen den Rest der Welt? Ist ihnen klar, dass genau dieser Punkt einer zutiefst klischeehaften Vorstellung entspricht, die "Israel" als einen andere Staat darstellt, als die restlichen Staaten der Welt? Bedeutet das auch, dass es seine Bewohner sich von allen anderen Menschen unterscheiden? Ich will dies nicht beantworten, denn das können nur sie für sich entscheiden. Sie sollten sich aber fragen, ob dies ihrem Denken entspricht. Das Ziel meiner Frage ist ihnen sicherlich genauso bewusst wie mir, weslhalb ich ihnen dies nicht per se unterstellen möchte.
Es geht nicht darum sich bei Israel anzubiedern, sondern darum einem legitimen Staat in dem rechtstaatliche Prinzipien, freie Medien, demokratische Herrschaft und eine Vielzahl an anderen wichtigen und richtigen Prinzipien verwirklicht werden, zu zeigen, dass er nicht alleine steht, sondern sein Überleben verteidigt werden wird. Das Überleben Israels ist eine Notwendigkeit, die durch eine 2000 jährige Leidenszeit eindrucksvoll verdeutlicht wird.
Hochachtungsvoll
Bilbotarra
Es ist beschämend und gleichzeitig heuchlerisch seitens der Staaten die der Konferenz fernbleiben hinsichtlich der Ängste es könnten Resolutionen gegen Israel verabschiedet werden auf dieser Konferenz. Diejenigen die sich der Konferenz versagen, haben mindestens die Chance vertan mit dem Rest der Welt zu kommunizieren und das ist schlichtweg dumm. Anstatt sich im "Konjunktiv" es könnte israelfeindliches verabschiedet werden sollte man jede Gelegenheit nutzen um aufeinander zu zu gehen. Dies ist der große Schwachsinn der uns "Merkel und Co" auf den Teller legen und wir sollen das fressen. Nein im Gegenteil, es wird wieder einmal den Isreaelis stillschweigend in den Allerwertesten gekrochen. Solange man sich in diesem Teil des Menschlischen Körpers befindet kann man sich mit dem Rest der Weltgemeinschaft auch nicht beraten weil man ja vor lauter stinkendem Dreck nichts mehr objektiv sehen kann.
Die Welt wird immer komplizierter, Die Schemata in Schwarz-Weiß ziehen nicht mehr.
So formiert sich gerade in den USA vor allem aus der Wählerschaft der Republikaner eine Gegenbewegung zum Finanzkapitalismus, welche Washington pauschal als Erfüllungsgehilfen der Wallstreet-Bankster ansieht und verfolgen will.
Bush und Konsorten werden endlich wahrgenommen als das, was sie sind, nämlich als "Puppets" der mächtigen Kapitalinteressen der Privatbanker, denen die Fed gehört. Auch Obama wird als Marionette hingestellt, die das Gegenteil von dem tue, mach sie verspräche.
Besondes zur Israel-Lobby gehen große Teile des konservativen Amerikas (Evangelikale, Südstaatler, Waffenlobbyisten) auf Distanz. Es riecht nach Volksaufstand und Isolationismus.
Inzwischen werden sog "tea-parties" (in Erinnerung an die Boston Tea-Party) veranstaltet, um den Bürgerzorn auszudrücken und sich gegen einen Krieg gegen Iran auszusprechen. Man will nicht mehr für Finanzinteressen der Reichen und Superreichen sterben und läßt sich nicht mehr verheizen.
Schlechte Zeiten für Israel. Der neue Anti-Zionismus scheint nun besonders in den USA auf den Weg zu kommen, auf dem Rücken einer konservativen Protestbewegung gegen den Finanzkapitalismus.
In Amerika droht jetzt gerade der alte Pioniergeist und Freiheitsdrange das Land zu zerbrechen. Texas will den Anfang machen.