Umweltminister Altmaier stellt sein Programm vor So will der Neue die Energiewende schaffen

Mit einem Zehn-Punkte-Programm will Peter Altmaier Energiewende, Klimawandel und den Atommüll in den Griff bekommen. Trotz gewaltiger Probleme lässt sich der neue Umweltminister bei seinem ersten großen Auftritt nicht aus der Ruhe bringen. Nicht einmal von einem Fauxpas in den ersten Minuten.

Von Sebastian Gierke

Schon in den ersten Minuten seines ersten großen Auftritts leistet er sich einen Fauxpas. Peter Altmaier zählt seine Vorgänger im Amt des Bundesumweltministers auf. Und vergisst ausgerechnet Norbert Röttgen, seinen ehemals engen Freund, der für ihn seinen Posten räumen musste. "Dabei hatte ich ihn mir doch extra noch auf einem Zettel notiert", kommentiert Altmaier augenzwinkernd.

Doch von so einer Petitesse lässt sich der gewichtige CDU-Politiker nicht aus der Ruhe bringen. Pünktlich auf die Minute, um genau 9.30 Uhr hatte er das Podium der Bundespressekonferenz in Berlin betreten. Es ist klar: Altmaier hat keine Zeit zu verlieren. Der neue Bundesumweltminister steht vor gewaltigen Aufgaben. Er ist gekommen, um sein Programm zu deren Bewältigung zu präsentieren. Er ist aber auch gekommen, um sich vorzustellen.

Während rundum die Fotoapparate klicken, gibt sich der 53-Jährige betont locker. Er habe nach seiner Berufung viel positives Echo bekommen. "Sogar aus den eigenen Reihen", witzelt er, die Journalisten lachen. Allerdings sei bei den Glückwünschen auch die Warnung durchgeklungen, dass er möglicherweise zerrieben werden könnte zwischen den Interessen der verschiedenen Akteure, mit denen er es jetzt zu tun bekommt. Oder dass er vielleicht sogar abhebt. "Ich habe mich daraufhin angeschaut und muss feststellen: Beide Befürchtungen erscheinen mir auf Grund meiner Konstitution eher unwahrscheinlich."

Nicht im "Weltverbesserungsmodus"

Altmaier fühlt sich sichtbar wohl auf dem Podium. Erdverbunden wolle er seine Aufgabe angehen, sagt er, nicht jeden Tag in den "Weltverbesserungsmodus" schalten. Kleine Schritte seinen notwendig.

Dabei gibt es so viel zu verbessern. Sein Amtsvorgänger Norbert Röttgen hat Altmaier, so viel ist immerhin klar, kein bestelltes Haus hinterlassen: Die Energiewende steckt fest, es fehlt der Masterplan, wie der dafür nötige finanzielle und technologische Kraftakt gestemmt werden kann. Deutschland muss in den kommenden zehn Jahren 20 Milliarden Euro in den Ausbau der bundesweiten Stromautobahnen stecken. Fast 4000 Kilometer neue Trassen sind notwendig.

Doch Altmaier lässt, wie schon die Kanzlerin in den vergangenen Tagen, keinen Zweifel aufkommen: Die Regierung hält trotz der immensen Kosten am Atomausstieg fest. Die Energiewende könne gelingen, sagt der neue Minister. "Wir dürfen keinen Zweifel daran lassen, dass wir diesen Weg gehen. Der Abschied von der Kernenergie ist definitiv und endgültig."