Im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba steht heute erstmals ein Terrorverdächtiger vor Gericht. Geplant ist die Verlesung der Anklage gegen den Australier David Hicks. Der 31-Jährige wartet seit Ende 2001 auf sein Verfahren - inzwischen ohne Hoffnung auf einen fairen Prozess, wie sein Anwalt sagt.

Dem in Afghanistan festgenommenen 31-Jährigen wird militärische Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Mit dem Beginn der Hauptverhandlung wird für Sommer gerechnet.

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Hicks hofft nach Angaben seines Anwalts nicht mehr auf einen fairen Prozess. Hicks habe am Abend vor Beginn seines Verfahrens vor einem US-Militärtribunal ängstlich gewirkt, sagte David McLeod. Hicks muss sich wegen Unterstützung des Terrorismus verantworten, die Anklage ist die erste in dem Gefangenenlager auf Kuba.

Hicks' Vater Terry erklärte, sein Sohn sei nicht mehr derselbe wie früher. Anwälte berichteten, der psychische Zustand des Australiers habe sich verschlechtert. Nach Angaben eines Militärsprechers sollte Hicks vor und nach der Anhörung mit seiner Familie zusammentreffen dürfen. Erlaubt seien "körperlicher Kontakt" und Umarmungen. Seinen Vater hat der Häftling zuletzt im August 2004 gesehen.

Der zum Islam konvertierte Australier wurde im Dezember 2001 in Afghanistan festgenommen und anschließend nach Guantanamo geschafft. Hicks warf den USA vor, dort gefoltert worden zu sein. Washington bezeichnete die Vorwürfe als "Nonsens".

Vor den vor einem halben Jahr eingerichteten neuen Militärkommissionen sollen sich mehrere Dutzend der noch 385 Guantanamo-Gefangenen verantworten. Diese Kommissionen wurden nach neuen Regeln eingerichtet, nachdem das Oberste Gericht der USA die vorherigen Militärtribunale im vergangenen Jahr für rechtswidrig erklärt hatte.

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(AFP/dpa/AP)