Interpretiert man die Hartz-IV-Regelsätze wissenschaftlich exakt, dann müssten 132 Euro pro Monat zum Leben reichen, meinen zwei Wirtschaftswissenschaftler - Kanzlerin Merkel sieht das anders.
Angela Merkel hat eine Kürzung des Hartz-IV-Regelsatzes ausgeschlossen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte der Bild am Sonntag: "Die Bundeskanzlerin weist Vorschläge, die Hartz-IV-Regelsätze zu kürzen, zurück."
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Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Rede in Brandenburg (© Foto: dpa)
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Zu einer Studie von zwei Wirtschaftswissenschaftlern aus Chemnitz, in der 132 Euro für Hartz-IV-Empfänger als ausreichend bezeichnet werden, erklärte die Kanzlerin: "Diese Studie ist unverantwortlich. Die Bundesregierung wird an den Sätzen nichts ändern."
Die Hartz-IV-Sätze richteten sich an dem objektiv ermittelten Bedarf aus, würden im Gleichklang mit den Renten erhöht und alle vier Jahre umfassend überprüft.
Der Studie der TU Chemnitz zufolge sind die aktuellen staatlichen Leistungen für Hartz-IV-Empfänger keineswegs zu niedrig, wie Sozialverbände immer wieder betonen.
Nach Berechnungen der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Thießen und Christian Fischer reicht ein Betrag von monatlich 132 Euro - ohne Wohn- und Energiekosten - zur Existenzsicherung aus.
Tabu sind in dem Fall Alkohol und Tabak. Für Freizeit, Unterhaltung und Kultur wurden lediglich ein, für Kommunikation zwei Euro veranschlagt. Maximal gerechtfertigt wären 278 Euro, heißt es in der Studie, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Wirtschaftspolitik veröffentlicht wurde.
(AP/odg)
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Der Sinn solcher "Studien" ist einfach der eines Versuchsballons - mal sehen, wie weit die Entsolidarisierung innerhalb der Gesellschaft schon fortgeschritten ist. Das Perfide ist, dass mit dem Argument "fleissige Frühaufstehenr (mit Hungerlohn) versus faule Hartz-IV-Bezieher mit Flachbildschirm" sich gerade die Gruppe am leichtesten aufhetzen lässt, die eigentlich mit den Alg-II- Beziehern in einem Boot sitzt und das größte Interesse daran haben müssten, dass der Sozialabbau endlich gestoppt wird...
Will Merkel sich durch die Drecksarbeit zweier Getreuen zur Königin der Herzen oder treudeutsch zur Mutti der Hartzler küren lassen? War das der Zweck der "wissenschaftlichen Arbeit" der gekauften Wallstreet-Boys aus Chemnitz und dieses medialen Lieblings Straubhaar, der sonst nichts auf der Pfanne hat?
Da wird von irgendwelchen Wirtschaftwissenschaftler eine Horrormeldung in Umlauf gebracht damit eine Partei die zuvor verschreckten Wähler der Unterschicht dann wieder beruhigt.... damit er weiß, wo er sein Kreutzchen machen soll...
Ein durchsichtiges Spiel.... aber das ist Politik !
Toni64
Als nichts anderes kann man diese Kampagne bezeichnen. Diese Kampagne muss ganz klar ernsthafte Konsequenzen für die Verantwortlichen nach sich ziehen!
Es mag wohl realistisch sein, dass es für eine gewisse Zeit möglich ist von 132 im Monat zu leben. Der Mensch lebt allerdings nicht von Wasser und Brot allein. Die Langfristigen Folgen einer solchen Lebensweise sind Isolation, Suizid und Krankheit. Und gerade bei letzt genanntem Punkt wird es nun wieder richtig teuer für den Steuerzahler. Ich denke die Professoren sollen ihre Studie am lebendigen Objekt also sich selbst überprüfen und zwar das für mehrere Jahre.
Wer solche Forderungen stellt und damit Menschen auf kurz oder lang das leben entziehen will, hat seine eigene gesellschaftliche Daseins Berechtigung verwirkt!!
http://de.indymedia.org/2008/09/226127.shtml
@ unbequem
genauso sehe ich das auch.
auch mir erscheint es als geschickt eingefädelte strategie um zwei fliegen mit einer klapppe zu schlagen.
die erhöhung ist erstmal vom tisch und man kann sich obendrein noch von der gönnerischen seite zeigen: "Diese Studie ist unverantwortlich. Die Bundesregierung wird an den Sätzen nichts ändern."
Paging