Die Zeit arbeitet für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama: In aktuellen Umfragen liegt er sechs Punkte vor seinem Rivalen McCain. Der schraubt den scharfen Ton der vergangenen Woche merklich zurück.

Der demokratische Kandidat für das Präsidentenamt der USA, Barack Obama, hat den Vorsprung vor seinem republikanischen Kontrahenten John McCain einer Umfrage zufolge von vier auf sechs Punkte ausgebaut.

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Wird er am Ende der strahlende Sieger sein? Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama legt zu. (© Foto: AP)

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Nach der am Sonntag veröffentlichten Reuters/C-Span/Zogby-Umfrage führt Obama mit 49 Prozent vor McCain mit 43 Prozent. Vor allem bei unabhängigen Wählern baute Obama gut drei Wochen vor der Wahl am 4. November seinen Vorsprung aus.

Wie Meinungsforscher John Zogby sagte, schafft es McCain gerade in der derzeitigen Finanzkrise nicht, einen Draht zu vielen Wählern aufzubauen. Auch gezielte Angriffe gegen Obama schlugen fehlt. "Die negative Kampagne funktioniert nicht", sagte Zogby. Obama gewinne sogar bei traditionell republikanisch wählenden Gruppen Zustimmung.

Tickende Zeitbombe

Zuletzt hat McCain seinen Ton gegenüber Obama deutlich gemildert, nachdem er seinen demokratischen Kontrahenten in der vergangenen Woche mit scharfen persönlichen Attacken überzogen hatte. Unter anderem hatten er und seine Vize-Kandidatin Sarah Palin Obama die Nähe zu Terroristen unterstellt.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Davenport im US-Staat Iowa nahm McCain nun Abstand von persönlichen Angriffen konzentrierte sich wieder auf Sachthemen wie die Wirtschaftskrise. Der Republikaner liegt gut drei Wochen vor der Wahl am 4. November in praktisch allen Umfragen hinter dem Demokraten.

Neben der Finanzkrise entwickelt sich vor allem Vize-Kandidatin Palin für McCain zur tickenden Zeitbombe: Der Ethik-Ausschuss in Alaska hat sie für schuldig erklärt, Position als Gouverneurin missbraucht zu haben, um einen missliebigen Polizeichef zu entlassen.

In dem Skandal, der in amerikanischen Medien als "Troopergate" läuft, wird Palin vorgeworfen, den Sicherheitsbeauftragten Walt Monegan im Juli 2008 gefeuert zu haben, weil er sich weigerte, den Trooper Mike Wooten zu entlassen. Dieser Staatspolizist ist der frühere Mann von Palins Schwester Molly und seit ihrer Scheidung 2005 und dem anschließenden Sorgerechtsstreit bei der Familie Palin Persona non grata.

Einen Antrag republikanischer Abgeordneter, das Verfahren einzustellen, weil es politisch motiviert sei, lehnte der Oberste Gerichtshof von Alaska ab. Die Ermittlungen waren bereits aufgenommen worden, als Palin noch weitgehend unbekannt und ungestört die Amtsgeschäfte im Staat Alaska führte - bevor McCain sie an seine Seite rief.

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(sueddeutsche.de/Reuters/AP/ssc)