Intelligenter, sympathischer, näher am Volk: Zwei Blitzumfragen sehen Barack Obama im TV-Duell als klaren Sieger vor seinem Kontrahenten John McCain.

In einer CNN-Umfrage erklärten 51 Prozent, Obama habe seine Aufgabe besser gemeistert als McCain. Umgekehrt sagten dies von McCain nur 38 Prozent.

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Geht es nach den Zuschauern des TV-Duells, liegt der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama klar vorne. (© Foto: dpa)

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Obama empfanden die meisten Befragten als intelligenter, sympathischer und näher an den Problemen der Menschen. Sechs von zehn Befragten erklärten, beide Kandidaten hätten sich besser präsentiert als erwartet, und 70 Prozent sagten, beide hätten bewiesen, dass sie das Zeug zum Präsidenten hätten.

In einer Erhebung des Senders CBS sahen von den Leuten, die sich nicht bereits auf einen Kandidaten festgelegt haben, 39 Prozent Obama als Sieger der TV-Debatte, 24 Prozent hielten McCain für den Gewinner, 37 Prozent sprachen von einem Unentschieden. Doppelt so viele Befragte als bei McCain erklärten, Obama verstehe ihre Probleme.

70 Prozent erklärten, McCain sei bereit, Präsident zu werden. Von Obama sagten dies nur 60 Prozent. Während sich der Wert für McCain nicht änderte, bedeuteten die 60 Prozent für Obama einen Anstieg von immerhin 16 Prozentpunkten.

Allerdings könnte das Ergebnis der Erhebungen einfach dadurch verfälscht sein, da mehr Demokraten das TV-Duell eingeschalten haben als Republikaner. In der CNN-Umfrage gaben 41 Prozent der Zuschauer an, Anhänger der Demokraten zu sein, 27 Prozent standen den Republikanern nahe und 30 Prozent bezeichneten sich als neutral.

Bei den Kommentatoren der US-Zeitungen wiederum war das Urteil zuvor gemischt ausgefallen. Kein klarer Sieger, waren die sich einig. "Keiner hat uns richtige Antworten gegeben", schrieb etwa die New York Times. Dennoch sei die Debatte ein Schritt in Richtung "einer ernsthafteren Erörterung der vielen Probleme des Landes" gewesen. "Davon wollen die Amerikaner mehr hören, und weniger taktische Sparringkämpfe sehen, ehe sie zu den Wahlurnen gehen."

"Kein KO-Schlag", meinte der Kommentator der Washington Post. Beide Kandidaten seien mit dem klaren Ziel in den Ring gestiegen, den Gegner schlecht aussehen zu lassen. McCain wollte seinen Gegner als naiv und unerfahren darstellen, Obama wollte ihm das Gegenteil beweisen und McCain zudem das Etikett der Mitwirkung während der acht Jahre der Regierung von Präsident George W. Bush anhängen.

Jeder der Kandidaten habe gepunktet, schrieb das Blatt. "Aber keiner ist (aus der Debatte) als klarer Gewinner hervorgegangen, außer in den Augen seiner Anhänger." Die Auseinandersetzung habe "nur wenige der großen Momente der Art gebracht, die ein Rennen um die Präsidentschaft entscheiden könnten".

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(AP/Reuters/hai)