Umfragehoch der Piratenpartei Piraten ziehen an Grünen vorbei

Obwohl die Netzpartei interne Diskussionen über Sexismus und Rassismus führen muss, finden die Piraten immer mehr Zustimmung. Erstmals liegen sie in einer Umfrage vor den Grünen. Nach den Ergebnissen könnte aber auch die FDP wieder auf bessere Zeiten hoffen.

Die Piraten legen in Umfragen weiter zu - und könnten sich den Erhebungen zufolge derzeit bundesweit zweistelliger Wahlergebnisse sicher sein. Nach dem ARD-Deutschlandtrend zeigt nun auch die Forsa-Umfrage für RTL die steigende Tendenz. Erstmals liegen die Piraten hier vor den Grünen auf dem dritten Platz in der Wählergunst: Sie kommen nun auf 13 Prozent.

Wie lange diese Entwicklung anhält, ist nicht abzusehen. Derzeit zerfleischt sich die Partei in Diskussionen über den Rassismus und Sexismus mancher Mitglieder. Der Vize-Pressesprecher der Piraten, Aleks Lessmann, erklärte dazu am Montag, in jeder Partei gebe es einen gewissen Prozentsatz Idioten. Wichtig sei, dass deren Meinungen nicht mehrheitsfähig würden. Zur Beruhigung der Gemüter in den eigenen Reihen dürfte dies kaum beitragen.

Die Forsa-Umfrage offenbart unterdessen einen anderen, überraschenden Trend: Die FDP legt wieder zu - und liegt nach den Umfrageergebnissen erstmals wieder bei 5 Prozent. Damit würde sie vermutlich in den Bundestag einziehen. Andere Umfrage-Institute hatten die FDP zuletzt bei unter 5 Prozent gesehen, zuletzt Emnid im Auftrag der Bild am Sonntag (4 Prozent) und der ARD-Deutschlandtrend (3 Prozent).

Die Ergebnisse hat RTL auf seiner Website veröffentlicht. Schwarz-Gelb läge den Zahlen zufolge mit insgesamt 41 Prozent wieder vor SPD und Grünen. CDU und CSU kommen laut der Umfrage auf zusammen 36 Prozent. Eine eigene Mehrheit hätte Schwarz-Gelb damit weiterhin nicht.

Für die SPD würden sich laut Forsa 24, für die Grünen 11 und für die Linke 8 Prozent entscheiden.

So ganz trauen die Piraten dem demoskopischen Höhenflug noch nicht. Nach ihrem Wahlerfolg im Saarland hofft der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer, aber auf einen klaren Einzug der Piraten in den NRW-Landtag. "Ich wünsche mir 6,5 Prozent", sagte Schlömer den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe. Gleichwohl will Schlömer der Wahl an Rhein und Ruhr nicht zu viel Bedeutung zumessen. Sie sei "nicht unbedingt" die Reifeprüfung für die Piratenpartei. "Es ist nicht tragisch, wenn wir in Schleswig-Holstein oder NRW die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreichen."