Die Kandidaten im US-Wahlkampf liefern sich einer neuen Umfrage zufolge wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. John McCains Palin-Bonus hielt nicht lange an. Und Barack Obama hat die Unterstützung von Frauengruppen.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat seinen wochenlangen Rückstand auf John McCain aufgeholt. Eine neue Umfrage sieht die beiden Präsidentschaftsbewerber fast gleich auf: Für Barack Obama sprachen sich in der Befragung für Reuters/Zogby 47 Prozent aus, für McCain 45 Prozent. Allerdings liegt der Abstand von zwei Prozentpunkten im Bereich der statistischen Fehlerquote.

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Die Rivalen Kopf an Kopf: Eine neue Umfrage sieht Barack Obama wieder leicht in Führung. (© Foto: AP)

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Im August hatte McCain noch mit insgesamt fünf Prozentpunkten geführt. Obama hat inzwischen aber sowohl bei nicht parteigebundenen Wählern, als auch bei Frauen, Katholiken, älteren Menschen und der ländlichen Bevölkerung zugelegt.

Das Rennen sei wieder offen und spannend, sagte Meinungsforscher John Zogby, dessen Institut die Umfrage zwischen Donnerstag und Samstag unter eingetragenen Wählern gemacht hat.

Den Ergebnissen zufolge hat der Aufsehen erregende Einstieg von McCains Vize-Kandidatin Sarah Palin in den Wahlkampf beiden Lagern genutzt: "In den vergangenen Wochen ging es nur um Palin und an ihr scheiden sich die Geister", sagte Zogby. "Sie hat die Basis beider Kandidaten gestärkt."

US-Frauengruppen stellen sich hinter Barack Obama

US-Frauengruppen etwa haben unterdessen zur Wahl Barack Obamas aufgerufen. John McCain warfen die Frauen vor, weibliche Wähler mit der Nominierung von Sarah Palin als Vize-Kandidatin "ködern" zu wollen.

Die Vorsitzende der Nationalen Frauenorganisation NOW, Kim Gandy, gab am Dienstag ihre Unterstützung für den demokratischen Kandidaten bekannt. Es sei zwar "sehr ungewöhnlich", dass sich die Frauenbewegung vor der Präsidentenwahl für einen Kandidaten ausspreche, sagte Gandy bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit weiteren US-Frauengruppen.

Obama sei jedoch ein "noch nie da gewesener Kandidat" in einer "noch nie da gewesenen Zeit für unser Land". Obama sage seit mehr als zehn Jahren "Ja" zu Frauenrechten, "während John McCain immer wieder Nein gesagt hat".

Der neuen Umfrage zufolge genießt Obama nun bei den Demokraten die Unterstützung von 89 Prozent, nachdem er im August gerade einmal auf 74 Prozent gekommen war. Auch im republikanischen Lager ist die Zustimmung zum Kandidaten gewachsen, von 81 auf ebenfalls 89 Prozent.

Fast ein Drittel der Befragten sagten, Palin sei für sie ein Grund, ihre Stimme McCain zu geben. Für fast ein Viertel war Palin dagegen ein Argument gegen McCain.

Obamas Vize-Kandidat Joe Biden hat offenbar einen geringeren Einfluss auf die Stimmabgabe der Wähler. 23 Prozent sagten, Biden bestärke sie in ihrer Entscheidung für Obama. 16 Prozent sagten das Gegenteil.

Für die Hälfte der Befragten ist die Wirtschaft das wichtigste Thema dieser Wahl. In dieser Frage liegt McCain leicht vor Obama. 47 Prozent trauten dem Republikaner mehr Kompetenz zu, 45 Prozent dem Demokraten.

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(Reuters/AFP/hai/bica)