Die Deutschen halten in der Großen Koalition CDU/CSU für stärker als die SPD. Auch die Erwartungen an die derzeitige Regierung halten sich bei den Bundesbürgern in Grenzen.

Die meisten Bundesbürger sehen in CDU und CSU die stärkere Kraft innerhalb der Großen Koalition in Berlin. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Emnid-Umfrage für N24 meinen 57 Prozent, dass sich die Union in der Regierungsarbeit häufiger durchsetzt.

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Die beiden Köpfe der Großen Koalition: Franz Müntefering und Angela Merkel. (© Foto: dpa)

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Nur 20 Prozent sehen ein Übergewicht der SPD. Allzu hohe Erwartungen haben die Befragten aber nicht mehr an die Koalition.

Über die Hälfte geht davon aus, dass sie in der zweiten Hälfte ihrer Amtszeit kaum noch Großes politisch bewerkstelligen wird. 55 Prozent der 1000 Befragten vertraten die Ansicht, Union und SPD würden sich mit Blick auf die 2009 anstehende Bundestagswahl parteistrategisch in Zukunft eher getrennt ausrichten.

Nur 32 Prozent glauben noch daran, dass die Koalitionäre an einer gemeinsamen Politik Interesse haben. Entsprechend schwindet auch die Unterstützung für die Große Koalition: 55 Prozent wünschen sich nach der Wahl 2009 eine anders zusammengesetzte Bundesregierung, nur 33 Prozent unterstützen die aktuelle Konstellation noch.

In Ostdeutschland wird die Koalition aus CDU/CSU und SPD nach einer anderen Umfrage aber unter allen denkbaren politischen Konstellationen favorisiert. Nach der Erhebung des Instituts für Marktforschung in Leipzig für die Zeitschrift Super Illu glauben 28 Prozent der 1.001 Befragten in den neuen Bundesländern, dass eine Fortsetzung des Regierungsbündnisses aus Union und SPD auch nach der Bundestagswahl 2009 "am besten für das Land" wäre.

Knapp ein Viertel (23 Prozent) wünscht sich dagegen zukünftig eine Koalition aus SPD, Linkssozialisten und Grünen. Deutlich weniger Zuspruch erhalten alle anderen möglichen Regierungskonstellationen: Nur 14 Prozent der Ostdeutschen plädierten für eine schwarz-gelbe Koalition der Union mit der FDP, und gerade zehn Prozent halten eine Neuauflage des rot-grünen Bündnisses aus SPD und Grünen für sinnvoll.

Auf eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und Liberalen setzen nur fünf Prozent der Ostdeutschen. Ebenso viele Wahlberechtigte in den neuen Ländern glauben, dass eine Jamaika-Koalition von Union, FDP und Grünen am besten wäre. 15 Prozent machten keine Angaben.

Die selbst im Osten aufgewachsene Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Umfrage zufolge in den neuen Bundesländern ein gutes Standing: Im Fall einer Direktwahl des Kanzlers würden ihr dort 70 Prozent die Stimme geben, für SPD-Chef Kurt Beck wären nur 30 Prozent.

Wäre der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten, könnte er laut Umfrage mit 36 Prozent etwas besser abschneiden. Aber auch dann läge Merkel noch mit 64 Prozent weit vorn.

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(AP)