Der Wahlparteitag der Republikaner hat ihrem Präsidentschaftskandidaten McCain offenbar Auftrieb gegeben: In einer Wählerbefragung ist er an seinem demokratischen Kontrahenten Obama vorbeigezogen.

Der US-Präsidentschaftsbewerber John McCain hat nach einer Umfrage durch den Nominierungsparteitag der Republikaner Rückenwind erhalten und ist an seinem Rivalen Barack Obama von den Demokraten vorbeigezogen.

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Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat John McCain konnte auf dem Nominierungsparteitag offenbar punkten: Nach einer Umfrage liegt er derzeit vor seinem demokratischen Konkurrenten. (© Foto: AP)

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In einer von der Zeitung USA Today veröffentlichten Erhebung des Gallup-Instituts kam McCain auf 50 Prozent, während Obama bei 46 Prozent lag. Vor dem Parteitag hatte McCain in einer anderen Gallup-Umfrage noch sieben Prozentpunkte hinter seinem Rivalen gelegen.

Erstmals hatte eine Umfrage im August McCain in Führung gesehen. In der monatlichen Reuters/Zogby-Umfrage sprachen sich damals 46 Prozent für den 71-Jährigen aus, 41 für Obama.

"Der Parteitag der Republikaner war ein großer Erfolg", sagte Politikwissenschaftler Larry Sabato von der University of Virginia dem Blatt. Auch die Nominierung von Sarah Palin als Vizekandidatin habe einen "großen Unterschied" gemacht.

Palin will sich der Presse stellen

Laut der Gallup-Umfrage sagten 29 Prozent der Befragten, dass sie wegen Palin bei der Präsidentschaftswahl am 4. November nun eher für McCain stimmen würden. Dagegen wollten 21 Prozent wegen der erzkonservativen Gouverneurin von Alaska ihre Unterstützung für McCain überdenken.

Palin will Ende der Woche ihr erstes Interview als Vize-Präsidentschaftskandidaten geben. Palin werde mit dem Moderator Charlie Gibson vom US-Fernsehsender ABC sprechen, sagte ein hochrangiger Wahlkampfhelfer McCains am Sonntag vor Journalisten.

Das mehrteilige Interview soll demnach voraussichtlich am Donnerstag und Freitag aufgezeichnet werden. Zuvor hatte McCains Wahlkampfteam Palin gegen Vorwürfe verteidigt, sie wolle sich nicht den Medien stellen. Die 44-jährige Gouverneurin von Alaska habe keine "Angst vor Fragen", sagte Wahlkampfmanager Rick Davis dem US-Sender Fox News.

Palin war am Sonntag als einzige der vier Bewerber für das Amt des Präsidenten und seines Stellvertreters nicht in den morgendlichen Polit-Talkshows der großen US-Sender aufgetreten. Seit ihrer Nominierung in der Nacht zum Donnerstag hat sie noch kein einziges Interview gegeben. Ihre Gegner und auch viele Kommentatoren halten die 44-Jährige für zu unerfahren für den Posten des Vizepräsidenten.

McCains Konkurrent Obama will sich unterdessen in dieser Woche mit dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton treffen. Es wäre das erste Treffen unter vier Augen seit dem erbitterten Vorwahlkampf, den sich Obama und Clintons Frau Hillary bei den Demokraten geliefert hatten.

Clinton habe Obama am Donnerstag zu einem privaten Mittagessen eingeladen, als er erfahren habe, dass dieser in New York weile, erklärte Obamas Sprecher Bill Burton. Bereits beim Nominierungsparteitag in Denver Ende August hatte Clinton Obama seine rückhaltlose Unterstützung beim Kampf um den Einzug ins Weiße Haus zugesichert.

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(AFP/AP/dpa/gal)