Ein Jahr nach dem Wechsel an der SPD-Spitze sprechen sich weniger als 20 Prozent der Bürger für Kurt Beck als Bundeskanzler aus. Kein Wunder: Zwei von drei Befragten wissen nicht, dass der Pfälzer Parteichef der SPD ist.

Einer Umfrage des Stern zufolge ist es derzeit nicht gut um die Sozialdemokratische Partei und deren Vorsitzenden bestellt. Auf die Frage, ob sie wüssten, wer im Augenblick SPD-Chef ist, konnte nur ein Drittel (35 Prozent) der Bundesbürger die richtige Antwort geben und den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck nennen. 16 Prozent nannten andere Politiker.

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Seit 2006 SPD-Chef: Kurt Beck (© Foto: ddp)

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Die meisten hätten auf den früheren Parteivorsitzenden und jetzigen Bundesarbeitsminister Franz Müntefering getippt, schreibt das Magazin. 49 Prozent sagten demnach lediglich, sie wüssten den Namen des derzeitigen SPD-Chefs nicht.

Die Arbeit Becks wurde von der Mehrheit der 1.007 Befragten (39 Prozent) jedoch als "gut" bewertet. 33 Prozent empfinden Becks Arbeit demnach als "weniger gut oder schlecht". 28 Prozent gaben kein Urteil ab. Bei den Anhängern der Sozialdemokraten kommt der Parteivorsitzende auf etwas bessere Werte, doch auch hier ist laut der Umfrage nur knapp jeder Zweite zufrieden: 47 Prozent der SPD-Wähler finden Becks Arbeit "gut", 31 Prozent sehen sie als "weniger gut oder schlecht" an, und 22 trauten sich gar kein Urteil zu, wie das Magazin berichtete.

Jeder Dritte will weder Beck noch Merkel

In der Kanzlerpräferenz ist Beck dem Vorabbericht zufolge erstmals unter die 20-Prozent-Marke und damit auf den niedrigsten Wert seit seinem Amtsantritt gefallen. 48 Prozent der Befragten würden die amtierende Regierungschefin Angela Merkel (CDU) direkt zur Bundeskanzlerin wählen, für Beck entschieden sich nur 19 Prozent, das sind zwei Punkte weniger als in der Vorwoche. 33 Prozent wollen "keinen von beiden" zum Kanzler haben, wie die Umfrage ergab.

Die SPD selbst rutschte nach einem kurzen Zwischenhoch in der vergangenen Woche in der Wählergunst wieder ab. In der wöchentlichen Politumfrage sank die Partei im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte und liegt jetzt wieder bei 26 Prozent. Dagegen konnte sich die Union weiter steigern: Sie gewann einen Punkt hinzu und erzielte mit 36 Prozent ihren bisher höchsten Jahreswert.

Die Grünen verbesserten sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die Werte für die übrigen Parteien blieben im Vergleich zur Vorwoche stabil: Die FDP erreicht elf, die Linkspartei zehn Prozent. Für die Parteienpräferenz wurden 2.004 Bundesbürger befragt, wie das Magazin mitteilte.

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(AP)