Die Menschen in Ostdeutschland fühlen sich laut einer Umfrage immer noch als Bürger zweiter Klasse. Rund ein Fünftel aller Bundesbürger hätte gerne die Mauer zurück.
Die Menschen in Ostdeutschland sehen sich in der Befragung immer noch als Bürger zweiter Klasse: 74 Prozent sehen sich im Vergleich mit ihren Mitbürgern im Westen benachteiligt, ergab eine vom Nachrichtensenders N24 in Auftrag gegebenen Umfrage.
Laut einer Umfrage wünscht sich jeder Fünfte die Mauer zurück. (© Foto: AP)
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Die Menschen in Westdeutschland sehen das genau umgekehrt: 73 Prozent können keine Benachteiligung der Menschen in Ostdeutschland erkennen. Einig waren sich die Bürger Ost und West in einer Frage: 19 Prozent wünschen sich die Mauer zurück. In Ostdeutschland erklärten dies sogar 21 Prozent. 75 Prozent finden es gut, dass sie weg ist.
Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, würde Die Linke in Ostdeutschland mit 31 Prozent stärkste Partei, ergab die Umfrage. Die CDU könnte mit 25 Prozent, die SPD mit 22 Prozent der Stimmen rechnen. Die FDP käme im Osten auf 8 Prozent, die Grünen auf 7 Prozent. Rund 5 Prozent der Wahlberechtigten würden ihre Stimme einer rechten Partei geben. Das Meinungsforschungsinstitut Emnid befragte 1000 Menschen.
(dpa/AP)
Bundespräsident Gauck
Zur Zeit des Mauerfalls wohnte ich in Berlin (West). Ich gebe zu, dass ich den 9. November und die darauf folgende Zeit nicht mit uneingeschränkter Freude erlebt habe, denn ich wusste von vielen - übrigens westeuropäischen - Gaststudenten in Berlin (Ost), dass die DDR kein tolerantes Land war. Ehrlich gesagt waren mir auch Teile der Bürgerrechtsbewegung schon seit der Wandlung des Leitspruchs von "Wir sind DAS Volk" zu "Wir sind EIN Volk" suspekt. Egozentrisch gesehen, habe ich mich in der ummauerten Nische Westberlin wohler gefühlt. Aber: Wie kann man denn im Ernst von beiden Seiten darüber hinweg sehen, dass die Mauer die Staatsgrenze einer brutalen Diktatur war? Kann sich niemand mehr an die Toten erinnern, an die Wachsoldaten, die scharfen Hunde, die gespenstischen stillgelegten U- und S-Bahnstationen, durch die die Bahnen aus dem Westen langsam fahren mussten, damit Wachen kontrollieren konnten, dass sich niemand dranhängt? War es so angenehm, die Grenzkontrolle Friedrichstraße zu passieren bzw. davor zurückbleiben zu müssen? Ich hatte das Glück, gute Freunde und Kollegen im "andern Teil" zu finden, und deshalb freue ich mich politisch wie persönlich, dass die Mauer weg ist. Dass Gerechtigkeit z. Zt. keinen hohen gesllschaftlichen Stellenwert hat, sollte eigentlich ein globales, kein Ost/West-Problem sein
Obwohl die Westdeutschen hunderte von Milliarden ihren Brüdern und Schwestern geschenkt haben, die sie sauer verdient haben, lehnen viele Ostdeutschen unsere westliche Kultur völlig ab und fühlen sich gar als die Unterdrückten und von der angeblich westdeutschen Besserwisserei Gegängelten. Das kann einen schon wütend machen. Noch schlimmer aber ist, dass die vielen Linkswähler im Osten unser politisches und wirtschaftliches System nach links verschieben und somit unsere Freiheit und unseren Wohlstand gefährden. (Beweis: es gab und gibt kein sozialistisches Land auf der Welt, das vergleichsweise reich und mit Freiheiten gesegnet ist, wie Deutschland)
Mein Vorschlag: Wir sollten die Ostdeutschen darüber abstimmen lassen, ob sie einen eigenen Staat wollen. Wenn dies mehrheitlich der Fall sein sollte, sollten wir sie nicht behindern. Weitere Subventionen aus Westdeutschland sollte es dann aber keine mehr geben und eine zweite Wiedervereinigung (nachdem Ostdeutschland abermals gescheitert ist) sollte zur Voraussetzung haben, dass die Mehrheit der Westdeutschen hierzu im Rahmen einer Abstimmung auch einwilligt.
Ich weiß, dies entspricht alles nicht der political correctness, wäre aber zur Abwechslung einmal demokratisch. Und ich bin schließlich überzeugter Demokrat!
@ernstol - sorry, aber ich versteh ihren beitrag nicht.
an die 20% Mauerwiederwoller: Ihr glaubt wahrscheinlich alle, dass ihr in einer "neuen" DDR euch genauso auf die faule Haut legen könnt und euch alles in den Mund fliegt.
Das war provokativ. Ich weiß.
Aber ich weiß auch, dass da wo ich herkomme nur die Leute arbeitslos sind, die nichts können oder nicht arbeiten wollen. Die sollen dann gefälligst auch nicht jammern.
@Siemnie: wieso laeufst du der arbeit in den westen hinterher, wenn du den westen so verteufelst? das verstehe ich nicht.
wie schön war es, als der osten noch eingemauert war. es gab fast keine arbeitslosen und daher kein problem mit dem sozialsystem - faschismus war fast ausgestorben und wenn leute keine lust zu arbeiten hatten, machten sie nicht die auslaender dafür verantwortlich.
dann dachte die birne, sich in den geschichtsbüchern verewigen zu müssen, jeder westdeutsche (darunter auch viele zugewanderte) musste für euch ein vermögen bezahlen, damit wir eure verrotteten staedte wieder aufbauten, damit ihr euch jetzt darüber beschweren könnt, dass ihr für wohlstand arbeiten müsst.
das alles würde mir nichts ausmachen, da ich eigentlich ein tolleranter und hilfsbereiter mensch bin - doch ihr zerstört in 15 jahren alles, was sich der westen in der zeit nach dem faschismus aufgebaut hat, sowohl an wohlstand als auch an ansehen in der welt mit euren besch. rechtsradikalen parolen und schmarotzereien und unzufriedenheit.
Tja Freunde, das habt Ihr Euch selber ausgesucht. Erst hab Ihr jahrelang den Helmut Kohl gewählt und seinen Sprüchen geglaubt und jetzt nach fast 20 Jahren passt's Euch immer noch nicht.
In kapitalistisch geprägten Systemen wird halt nunmal die Gleichmacherei (Chanchengleichheit) weitgehend aufgegeben, zugunsten von höheren Chancen auf individuelle Wohlstandsmehrung.
Das hat zwar der Helmut nicht direkt so gesagt, aber es stand in jedem Wirtschaftslehrbuch der DDR, frei erhältlich im dortigen Buchhandel.
...so, und jetzt könnt Ihr alle wild auf den roten Button hämmern... :-)
Paging