In den Umfragen von ARD und ZDF halten die Deutschen ein Bündnis aus Union und SPD für die beste Regierungskonstellation. Bei der aktuellen Sonntagsfrage kommen die Parteien im Wesentlichen auf das gleiche Ergebnis wie bei der Wahl vor zweieinhalb Wochen.

Nach einer Befragung des Meinungsforschungsinstitutes Infratest Dimap im Auftrag der ARD präferieren 52 Prozent der Deutschen ein Bündnis aus Union und SPD.

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Laut Politbarometer des ZDF findet eine große Koalition eine noch deutlichere Unterstützung. Jetzt fänden 63 Prozent (plus 18) eine große Koalition gut und 25 Prozent fänden sie schlecht (egal: zehn Prozent). Besonders deutlich fällt der Stimmungsumschwung in den Reihen der Unionsanhänger aus, bei denen jetzt 62 Prozent (plus 21) eine große Koalition gut finden.

Eine Koalition aus Union, FDP und Grünen fänden jetzt 28 Prozent gut und 54 Prozent schlecht. Eine Koalition aus SPD, FDP und Grünen fände die Zustimmung von 21 Prozent, und 60 Prozent fänden eine solche schlecht.

Für die SPD würden sich 34 Prozent der Bundesbürger entscheiden, wenn sie an diesem Sonntag erneut wählen würden. Das sind nahezu ebenso viele wie vor zweieinhalb Wochen. Die Union kommt auf 36 Prozent und verbessert sich damit um knapp einen Punkt im Vergleich zum Wahlergebnis. Grüne und FDP bleiben fast unverändert bei acht beziehungsweise zehn Prozent. Die Linkspartei gibt etwas nach auf acht Prozent der Stimmen.

Keine Mehrheit für Schwarz-Gelb und Rot-Grün

Etwas anders fallen die Ergebnisse des ZDF-Politbarometers in der Sonntagsfrage aus: CDU/CSU 39 Prozent (plus zwei), SPD 34 Prozent (minus eins), FDP sieben Prozent (minus eins), Linkspartei neun Prozent (plus eins) und die Grünen sieben Prozent (minus eins).

Damit hätte in beiden Umfragen auch jetzt weder eine Koalition aus CDU/CSU und FDP noch eine Koalition aus SPD und Grünen eine parlamentarische Mehrheit.

In der Direktwahlfrage liegt Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) im ARD-Deutschlandtrend vor der Unions-Kandidatin Angela Merkel (CDU): 46 Prozent würden sich für ihn entscheiden, wenn sie den Bundeskanzler direkt wählen könnten. 36 Prozent sprechen sich für seine Herausforderin aus.

Genau anders herum ist es beim ZDF-Politbarometer, das die CDU-Chefin bei der Kanzlerfrage mit 47 Prozent vor Amtsinhaber Gerhard Schröder, der auf 42 Prozent kommt.

Wulff ist beliebtester Reserve-Kanzler

Angenommen, Schröder und Merkel wären nicht mehr im Rennen um das Kanzleramt, wünschen sich laut Infratest 31 Prozent der Unions-Anhänger den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) als neuen Kandidaten. Für CSU-Chef Edmund Stoiber sprechen sich zwölf Prozent im Unions-Lager aus.

Den SPD-Anhängern wäre in diesem Fall der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering am liebsten (23 Prozent), als zweitbesten Kandidaten sehen elf Prozent von ihnen den CDU-Politiker Wulff.

Im Politbarometer erfährt ein Vorschlag, dass anstelle von Schröder oder Merkel jemand Drittes Kanzler einer großen Koalition wird, mehrheitliche Unterstützung (56 Prozent). Auch hier liegt Wulff vorne, ebenso wie in der Beurteilung der zehn wichtigsten Politiker und Politikerinnen. Danach kommen CDU-Finanzexperte Friedrich Merz, gefolgt von Bundesaußenminister Joschka Fischer mit 1,5, dann Merkel vor Schröder.

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(dpa)