Ukrainekonflikt Putin: "Für mich sind nicht Grenzen wichtig, sondern das Schicksal der Menschen"

Putins Labrador-Hündin Koni bei Treffen mit Merkel im Jahr 2007.

(Foto: dpa)
  • Kreml-Chef Wladimir Putin vermutet hinter den Sanktionen gegen sein Land geopolitisches Kalkül.
  • Von Angela Merkels Abneigung gegen Hunde will er nichts gewusst haben.

Putin hält Sanktionen für "absurdes Theater"

Russlands Präsident Wladimir Putin vermutet hinter den Sanktionen gegen sein Land wegen des Ukraine-Konflikts geopolitisches Kalkül. "Die Sanktionen des Westens sollen nicht der Ukraine helfen, sondern Russland geopolitisch zurückdrängen", sagte Putin der Bild-Zeitung in einem Interview.

Beim Agieren auf den internationalen Finanzmärkten schaden die Sanktionen Russland merklich, sagte Putin. Insgesamt seien die Sanktionen aber "absurdes Theater." Größerer Schaden entstehe der russischen Wirtschaft derzeit durch den Verfall der Energiepreise.

Die Europäische Union und die USA hatten die Sanktionen 2014 wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der russischen Hilfe für die Separatisten in der Ostukraine verhängt. Kritik an seinem Vorgehen wies Putin zurück: Die Wiedervereinigung der Krim mit Russland sei gerecht, sagte er. "Für mich sind nicht Grenzen und Staatsterritorien wichtig, sondern das Schicksal der Menschen."

Von Merkels Abneigung gegen Hunde will er nichts gewusst haben

Zur Münchener Sicherheitskonferenz Mitte Februar werde er nicht kommen. Zugleich warb Putin für Kooperation: "Wir sollten weltweit viel enger zusammen stehen im Kampf gegen den Terror, der eine große Herausforderung ist." Wegen der Konflikte zwischen Moskau und dem Westen hatten die Organisatoren der Konferenz gehofft, bei dem informellen Treffen wieder mit Putin sprechen zu können.

Putin habe Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem ihrer ersten Treffen nach eigenen Worten nicht mit seinem Hund erschrecken wollen. "Ich wollte ihr eine Freude machen", sagte der Kreml-Chef. Von Merkels Abneigung gegen Hunde habe er nichts gewusst. "Als ich erfuhr, dass sie Hunde nicht mag, habe ich mich natürlich entschuldigt." 2007 in Sotschi hatte Putin seine ungestüme Labrador-Hündin Koni ins Zimmer gelassen, die auch an der Kanzlerin schnüffelte. Merkel überspielte die Situation. Auf deutscher Seite wurde nicht ausgeschlossen, dass der Kreml-Chef die Kanzlerin absichtlich in Bedrängnis bringen wollte.