Das endgültige Aus für Ministerpräsidentin Timoschenko: Das ukrainische Parlament hat ihr bei einem Misstrauensvotum das Vertrauen entzogen.
Einen knappen Monat nach der Präsidentschaftswahl und fünf Jahre nach der Orangenen Revolution steht die Regierung in Kiew vor dem endgültigen Ende: Die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko muss nach einem Misstrauensvotum des Parlaments zurücktreten. Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich gegen Timoschenko, deren Regierungskoalition am Dienstag zerbrochen war. Für das Misstrauensvotum, das die Partei des neuen Präsidenten Viktor Janukowitsch beantragt hatte, stimmten 243 Abgeordnete. Nötig waren mindestens 226 Stimmen des 450 Sitze zählenden Parlaments.
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Der Rücktritt ist unausweichlich: Das ukrainische Parlament hat Regierungschefin Julia Timoschenko das Vertrauen entzogen. (© Foto: dpa)
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Damit kann der Wahlsieger Viktor Janukowitsch offiziell den Prozess zur Bestimmung eines neuen Regierungsbündnisses in Gang setzen. Der NATO-Gegner Janukowitsch will rasch eine neue Regierung bilden, um das Land aus der schwersten Krise seit dem Zerfall der Sowjetunion vor 20 Jahren zu führen. Wer das neue Kabinett leiten soll, stand zunächst nicht fest. Allerdings wird befürchtet, dass sich das Verfahren Wochen, wenn nicht gar Monate hinziehen dürfte.
Bis dahin droht der ohnehin politisch und wirtschaftlich angeschlagenen Ukraine eine längere Phase ohne Regierung, da Timoschenko kurz vor der Abstimmung im Parlament eine kommissarische Weiterführung der Regierungsgeschäfte strikt abgelehnt hatte. Eigentlich ist es üblich, dass Timoschenko geschäftsführend im Amt bleiben würde, bis das neue Kabinett steht. Nun droht dem Land ein längeres Machtvakuum.
Timoschenko hatte zuvor angekündigt, sich im Falle einer Niederlage sofort in die Opposition begeben und gegen den neuen Präsidenten Viktor Janukowitsceinen "harten Oppositionskampf" führen. Die ehemalige Ministerpräsidentin hatte noch am Vormittag bei einer Rede vor den Abgeordneten in der Obersten Rada versucht, die Regierungskoalition zu retten.
Sie habe das Land trotz der schweren innenpolitischen Krise vor dem Staatsbankrott bewahrt und soziale Mindeststandards aufrechterhalten, sagte sie. Sie erhielt auch Gegenstimmen aus dem eigenen Lager.
Janukowitsch hatte die Stichwahl gegen Timoschenko am 7. Februar mit einem Vorsprung von 3,5 Prozentpunkten gewonnen. Internationale Beobachter bezeichneten den Urnengang als frei und transparent. Timoschenko hatte ihrem Rivalen jedoch Wahlbetrug vorgeworfen und einen Rücktritt zunächst ausgeschlossen. Mit dem Misstrauensvotum gegen Timoschenko endet die Regierung der Kräfte der pro-westlichen Orangenen Revolution, die 2004 einen demokratischen Wandel in der Ukraine eingeleitet hatte.
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(Reuters/dpa/AFP/fvk/liv)
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In Ukraine ist das nach der Orangenen Revolution enstanden, was in vielen ehemaligen Ostblockländern nach dem Zerfall der Sowjetischen Union entstand: Unermäßliche Korruption.
Die Menschen, die für die "Demokratie" kämpften, waren Unfähig die Korruption aufzuhalten, oder gar ein teil von ihr. Da war Timoschenko keine Ausnahme. Sie war Machtbesessen, die lieber mit Symbolen arbeitete, als mit Argumenten. Doch diese Arbeitsweise verspricht nur einen kurzfristigen Erfolg. Die Menschen lassen sich nur kurzfristig blenden.
Janukowitsch ist für mich der Hoffnungsträger der Ukraine. Ich glaube eher, dass er es schafft diesem Land (und somit den Einwohnern) zu helfen. Seine erste Auslandsreise war ein richtiger Schritt.
Dass er der NATO nicht beitretten will, kann ich gut verstehen, betrachtet man die "Erfolge" der letzen Jahre dieser Organisation.
Insofern hat das mit der Demokratie schon mal geklappt. Bleibt zu hoffen, dass Janukowitsch sich mit den Errungenschaften der orangenen Revolution gemein macht und das Land weiterhin auf demokratischem und freiheitlichem Wege führt.
ist halt schwierig! wenn man das girl jahrelang gehätschelt hat! gell SZ
Timoschenko ist ja sehr europafreundlich und will auch gerne ihr Land in die EU bringen.Sie hat auch schon viel gelernt. Sie ist heute vom gleichen Schlage wie Helmut Kohl und Gerhard Schröder, nach dem Motto: was kümmern mich die Wähler, ich regiere.Möge uns der Himmel vor solchen Ländern in der EU bewahren.
die Orangene Konterrevolution ist an sich selbst gescheitert.