Ukraine 867 Millionen Euro, 750 Flaschen Wein und ein echter Picasso

Der reichste Staatsdiener der Ukraine ist Präsident Petro Poroschenko.

(Foto: dpa)
  • In der Ukraine haben mehr als 100 000 Beamte und Regierungsmitglieder ihre Vermögensverhältnisse im Internet offengelegt.
  • Der reichste Staatsdiener ist Präsident Petro Poroschenko. Er gab an, umgerechnet 23,7 Millionen Euro auf der Bank zu haben.
  • Das Gesetz hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) Kiew zur Auflage für neue Hilfsgelder gemacht.

In der Ukraine haben mehr als 100 000 Beamte und Regierungsmitglieder ihre Vermögensverhältnisse im Internet offengelegt. Ein Gesetz für mehr Transparenz hat sie dazu verpflichtet. Der reichste Staatsdiener ist Präsident Petro Poroschenko. Er gab an, umgerechnet 23,7 Millionen Euro auf der Bank zu haben, sowie mehr als hundert Unternehmen in mehreren Ländern zu besitzen, darunter in Russland.

Nach Angaben der Wochenzeitung Nowoje Wremja beläuft sich Poroschenkos Vermögen auf 867 Millionen Euro. Das macht den Schokoladenfabrikanten zum viertreichsten Mann des Landes - hinter drei Oligarchen.

Regierungschef Wolodimir Groisman deklarierte unter anderem 913 000 Euro in bar - und neun Luxusuhren. Innenminister Arsen Awakow besitzt nach eigenen Angaben drei Wohnungen - eine davon 657 Quadratmeter groß -, einen Weinkeller mit rund 750 Flaschen sowie eine Kunst- und Antiquitätensammlung mit einem echten Gemälde von Pablo Picasso.

Die sieben Fahrräder des Vitali Klitschko

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko nannte in seinen Unterlagen sieben Fahrräder sein Eigen. Zudem gab er Vermögenswerte in Höhe von mehr als neun Millionen Euro an. Anteile an Firmen und Immobilien im Ausland besitzt der Ex-Boxweltmeister nach eigener Darstellung nicht.

Das Gesetz hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) Kiew zur Auflage für neue Hilfsgelder gemacht - als Beitrag zum Kampf gegen Korruption und für mehr Transparenz. Nach dem Machtwechsel in der Ukraine 2014 hatte der IWF ein 17,5 Milliarden Dollar umfassendes Unterstützungsprogramm für die Ukraine aufgelegt, da die Wirtschaft schwer angeschlagen ist.

Im August stoppte der IWF seine Zahlungen aber zunächst, da der Staat nicht konsequent genug gegen Korruption vorging und die Sparpolitik nicht ausreichend umgesetzt wurde. Erst am 15. September gab er eine weitere Tranche seines Hilfspakets für die Ukraine in Höhe von einer Milliarde Dollar (890 Millionen Euro) frei.

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