Ukraine-Konflikt Separatisten töten mehrere Soldaten in Slawjansk

Ein ukrainischer Soldat schießt mit seinem Maschinengewehr auf separatistische Kämpfer im ostukrainischen Slawjansk.

(Foto: AP)

Während westliche Politiker in der Normandie mit Putin über die Ukraine-Krise sprechen, toben die Kämpfe in der Ostukraine weiter. Regierungstruppen berichten von 15 getöteten Separatisten nahe Donezk. In Slawjansk sind Armeeangaben zufolge mehrere Soldaten von Granaten getötet worden.

Die Entwicklungen im Newsblog
  • In der Ostukraine gehen die Kämpfe weiter: In Slawjansk töten prorussische Separatisten nach Angaben der Regierung in Kiew mehrere Soldaten.
  • 15 Separatisten werden Berichten zufolge östlich von Donezk getötet.
  • Großbritanniens Premier Cameron richtet in Paris eine "deutliche Botschaft" an Putin.
  • Staats- und Regierungschefs nutzen D-Day-Gedenken für Ukraine-Gespräche.

In Slawjansk sterben mehrere Soldaten: Bei dem Angriff auf einen Kontrollposten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk haben prorussische Separatisten am Freitag mehrere Soldaten getötet. Die Rebellen hätten den Checkpoint vom Gelände einer nahegelegenen Kirche aus mit Mörsergranaten unter Beschuss genommen, teilte die ukrainische Armee auf ihrer Internetseite mit. Mehrere Soldaten seien verletzt worden. Die genaue Anzahl der Opfer blieb zunächst unklar.

Separatisten attackieren Grenzposten: In der Ostukraine haben prorussische Separatisten am späten Donnerstagabend einen Grenzposten unter Beschuss genommen. Ukrainische Soldaten hätten mit Unterstützung der Luftwaffe den Angriff in Mariniwka, knapp 100 Kilometer östlich der Regionalhauptstadt Donezk, abgewehrt, teilte der Grenzschutz mit. Fünf ukrainische Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt. Ersten Informationen des Grenzschutzes zufolge seien 15 Separatisten getötet worden. Videoaufnahmen, die angeblich am Schauplatz der Kämpfe entstanden, zeigen einen brennenden Laster und ein Panzerfahrzeug, das Beobachtern zufolge aus Beständen der russischen Armee stammen soll.

Cameron mit "klarer Botschaft" für Putin: Der britische Premierminister David Cameron fordert Russlands Präsidenten Wladimir Putin auf, den neugewählten Staatschef der Ukraine formell anzuerkennen und mit ihm zusammen zu arbeiten. Der derzeitige Status Quo sei "inakzeptabel und muss sich ändern", zitiert die BBC den britischen Premier. Moskau müsse den designierten ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko anerkennen. "Wir benötigen Deeskalation", sagte Cameron, der sich mit Putin in Paris zu direkten Gesprächen traf, demnach. Cameron übermittelte dem Kremlchef nach Angaben einer Sprecherin zudem "einige sehr klare und sehr deutliche Botschaften". Berichten zufolge schüttelten sich die beiden Politiker zur Begrüßung nicht die Hände.

Merkel warnt vor Verlust von Frieden und Freiheit: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt unter Hinweis auf die Ukraine-Krise, Frieden und Freiheit könnten rasch in Frage gestellt werden. Der Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie 1944 solle dazu beitragen, "unser Engagement für den Erfolg Europas fortzusetzen", heißt es in einem Beitrag der Kanzlerin für die Tageszeitung Ouest-France. Das Recht müsse in Europa den Vorrang haben - und nicht das Recht des Stärkeren.

Diplomatische Bemühungen am Tag des Gedenkens: 70 Jahre nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg wollen Staats- und Regierungschefs ihre Zusammenkunft nutzen, um über die Ukraine-Krise zu beraten. Bundeskanzlerin Merkel trifft am Rande der D-Day-Gedenkfeiern zum ersten Mail seit Beginn der Ukraine-Krise Putin. Im französischen Deauville wollen sie über Lösungsansätze sprechen. Ob es auch zu einem Treffen des Kremlchefs mit US-Präsident Barack Obama kommen wird, ist unklar. Obama schloss ein direktes Gespräch mit dem russischen Präsidenten nicht aus. Putin äußerte sich dazu nicht. Im Gegenzug schloss der russische Präsident ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko nicht aus. Poroschenko will ebenfalls in die Normandie reisen. Das Außenministerium in Moskau kündigt an, der russische Botschafter werde zu Poroschenkos Amtseinführung in Kiew zurückkehren. Nicht nur in Frankreich wird beraten: Außenminister Frank-Walter Steinmeier reist nach Angaben aus Moskau am Dienstag nach Russland. Der SPD-Politiker wird demnach in St. Petersburg mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow und dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski über die Lage in der Ukraine sprechen.

Putin reist nach Wien: Österreichischen Medienberichten zufolge plant der russische Präsident am 24. Juni einen Besuch in Wien. Bundespräsident Heinz Fischer werde ihn empfangen. Man habe dies nach ausführlicher Abwägung so entschieden: "Österreich bleibt damit bei seiner Haltung, dass Dialog und Gesprächsbereitschaft in der gegenwärtigen Phase von besonderer Bedeutung sind", zitiert die Kronen-Zeitung Fischer. "Und diese Dialogbereitschaft muss Russland einschließen." Der Besuch sei mit den wichtigsten EU-Staaten abgestimmt. Österreich hat seit Beginn der Ukraine-Krise mehrmals angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln.

G 7 drohen Russland mit weiteren Sanktionen: Die sieben führenden Industriestaaten wollen die Sanktionen gegen Russland verschärfen, falls sich das Land nicht intensiver um eine Deeskalation in der Ostukraine bemüht. Als Bringschuld fordern die Staats- und Regierungschefs der G 7 in ihrer Abschlusserklärung von Russland die Erfüllung von vier Punkten: Zusammenarbeit mit dem neuen ukrainischen Präsidenten, Stopp des Zustroms von Separatisten und Waffen in die Ostukraine, Garantien für die Gasversorgung, vollständiger Abzug der Truppen von der ukrainischen Grenze. Bundeskanzlerin Angela Merkel machte klar, dass eine russische Verweigerungshaltung Stufe drei der Sanktionen nach sich ziehen könne. Sie fügte aber hinzu: "Es gibt keinen Automatismus." Russland übt an der Abschlusserklärung scharfe Kritik. Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew sagte der Agentur Interfax zufolge, dass die ukrainische Führung sich nicht um die "humanitären Probleme" in den von Regierungstruppen und prorussischen Separatisten umkämpften Gebieten Lugansk und Donezk kümmere.