Ukraine-Konflikt Poroschenko reist nicht nach Brasilien

Wegen der Krise in seinem Land könne er unmöglich nach Rio de Janeiro reisen: Der ukrainische Präsident Poroschenko hat angekündigt, nicht zum WM-Finale zu kommen - damit schließt er auch ein dortiges Treffen mit Russlands Präsident Putin aus.

  • Der ukrainische Präsident Poroschenko reist nicht zum WM-Finale nach Rio de Janeiro.
  • Ursprünglich war geplant, dass Poroschenko und Russlands Präsident Putin beide an einem Essen von Brasiliens Präsidentin Rousseff teilnehmen.
  • Die USA ermutigen Kiew zu Gesprächen über eine Waffenruhe.

Kein Treffen mit Putin am Rande der Weltmeisterschaft

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko wird nicht zum Finale der Fußballweltmeisterschaft nach Brasilien reisen. Wegen der Krise in seinem Land könne er unmöglich nach Rio de Janeiro kommen, teilte Poroschenko in der Nacht zum Sonntag mit. Damit wird es auch kein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande der WM geben.

Brasilianische Regierungsvertreter hatten zuvor berichtet, Poroschenko sei ebenso wie Putin offizieller Gast beim WM-Finale. Beide Spitzenpolitiker sollten demnach vor dem Spiel Deutschland gegen Argentinien an einem Mittagessen mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff teilnehmen.

Amerikanischer Vize-Präsident Biden telefoniert mit Poroschenko

Die USA haben den ukrainischen Präsidenten ermutigt, Gespräche über eine Waffenruhe im Osten des Landes zu führen. Vize-Präsident Joe Biden habe am Samstag mit Poroschenko telefoniert und ihm Unterstützung bei seinen Bemühungen zugesagt, teilte das US-Präsidialamt mit. Biden habe auch bekräftigt, dass die USA ihren Druck auf die russische Regierung erhöhen würden, sollte sie nicht ihre Unterstützung für die prorussischen Rebellen einstellen. Die USA haben Russland wiederholt mit weiteren Sanktionen gedroht, sollte die Regierung in Moskau nicht mäßigend auf die Separatisten im Nachbarland einwirken.

Widersprüchliche Angaben zu Opferzahlen

Die ukrainische Armee versucht seit der Einnahme der Rebellenhochburg Slawjansk am Samstag vergangener Woche, auch die strategisch bedeutsamen Großstädte Donezk und Lugansk einzukesseln und die Aufständischen von dort zu vertreiben. Die Regierungstruppen haben am Samstag eine Serie von Luftangriffen im Osten geflogen, bei denen nach Militärangaben etwa 1000 Separatisten getötet wurden. Die Separatisten wiesen dies allerdings zurück. Den Bombardements war einer der bislang folgenschwersten Angriffe der Rebellen auf die Armee vorausgegangen. Dabei wurden am Freitag mehr als 20 Soldaten getötet und fast 100 verletzt. Poroschenko drohte daraufhin mit massiver Vergeltung.

Wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und der Frage nach der Zukunft des mehrheitlich russischsprachigen Ostens der Ukraine spitzt sich der Konflikt zwischen Kiew und Moskau seit Monaten zu. Kiew wirft Moskau vor, die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen.