Ukraine-Konflikt Neue Friedensvorstöße - schwere Kämpfe in Donezk

  • Die Waffenruhe im Osten der Ukraine droht endgültig zusammenzubrechen. Neue Friedensangebote aus Russland und der Ukraine laufen ins Leere.
  • Ukrainische Armee und Separatisten kämpfen um den Flughafen von Donezk, mehrere Menschen werden bei den Gefechten getötet.
  • UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert ein Ende der Kämpfe.

Beide Seiten unterbreiten Angebote

Vor dem Hintergrund des drohenden endgültigen Zusammenbruchs der Waffenruhe im Osten der Ukraine haben Kiew und Moskau jeweils eigene diplomatische Anläufe zu einer friedlichen Regelung genommen. Russlands Präsident Wladimir Putin unterbreitete seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko einen Friedensvorschlag, der nach russischen Angaben umgehend abgelehnt wurde.

Am späten Sonntagabend wiederum schlug das ukrainische Außenministerium der russischen Führung vor, das seit September geltende sogenannte Minsker Abkommen zur Beilegung des Konflikts zu unterzeichnen - dann könnten schon am Montag die Waffen schweigen. Zuvor hatte Kiews Außenminister Pawel Klimkin "echte Perspektiven" für eventuelle Friedensgespräche gefordert.

UN-Generalsekretär Ban zeigt sich besorgt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich besorgt über die Eskalation der Gewalt in der Ostukraine gezeigt und ein Ende der Kämpfe gefordert. Die Entwicklung rund um den Flughafen von Donezk habe nicht nur zahlreiche Opfer gefordert, sondern drohe auch noch, die im September vereinbarte Waffenruhe vollständig zum Zusammenbruch zu bringen, hieß es nach Angaben des Senders CNN in einer Erklärung Bans. Zugleich bot Ban die Dienste der UN "bei Bemühungen um eine Deeskalation und die Wiederaufnahme eines ernsthaften Friedensprozesses" an.

Armee verkündet Kontrolle über Flughafen Donezk

Am Sonntag hatten Regierungstruppen und Separatisten erbittert um die Kontrolle über den strategisch wichtigen Flughafen Donezk gekämpft. Das Militär beklagte mehrere Tote und Verletzte. Die prorussischen Separatisten warfen den Regierungstruppen vor, mit Panzern und schwerer Artillerie zu schießen. Mehrere Stadtteile von Donezk seien unter Beschuss, darunter auch Bereiche des Stadtzentrums, teilten die Aufständischen mit. Separatistenführer Alexander Sachartschenko sah darin den "Versuch Kiews, den Krieg wieder voll zu entfesseln".

Am Rande einer Trauerzeremonie in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit Tausenden Menschen lobte Präsident Poroschenko den Mut der Soldaten beim Kampf um den Flughafen. "Wir geben keinen Fußbreit vom ukrainischen Boden her", sagte der prowestliche Staatschef.

Nach mehrtägigen heftigen Kämpfen hatten die prorussischen Rebellen am Samstag verkündet, den Flughafen der ostukrainischen Stadt unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Der Sprecher des nationalen Sicherheitsrats, Oberst Andrij Lysenko, wies dies zurück und sprach Medien zufolge von einer schwierigen Lage am Flughafen. Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, dass drei Soldaten bei den Kämpfen auf dem Flughafen getötet und mehr als 30 verletzt worden seien. Nach Darstellung der Separatisten kamen auch mindestens zwei Zivilisten in der Kampfzone am Samstag ums Leben.

Der Flughafen von Donezk ist durch die monatelangen Kämpfe stark zerstört und schon lange nicht mehr in Betrieb. Er war bis zu jüngsten Geländegewinnen der Rebellen in der Hand der Regierungstruppen, obwohl Aufständische die Stadt Donezk selbst unter Kontrolle haben.