Ukraine Klitschko verzichtet auf Präsidentschaftskandidatur

Verzichtet auf die Präsidentschaftskandidatur: Vitali Klitschko

(Foto: AFP)

Vitali Klitschko will nicht Präsident der Ukraine werden. Stattdessen kandiert er um das Amt des Bürgermeisters in Kiew. Im Präsidentschaftswahlkampf unterstützt Klitschko einen anderen Kandidaten - den "Schokoladenkönig" Pjotr Poroschenko. Der hat nun gute Chancen.

Der ukrainische Oppositionspolitiker Vitali Klitschko will doch nicht am 25. Mai bei der Präsidentenwahl antreten. Er verzichte auf eine Kandidatur und werde stattdessen den Geschäftsmann Pjotr Poroschenko unterstützen, sagte Klitschko am Samstag in Kiew. "Die einzige Chance zu siegen, ist die Nominierung eines Einheitskandidaten der demokratischen Kräfte", so der Oppositionspolitiker.

Der ehemalige Boxweltmeister kündigte zugleich an, er wolle sich am 25. Mai um das Amt des Bürgermeisters von Kiew bewerben. "Ich will Kiew zu einer wirklich europäischen Stadt machen", betonte der 42 Jahre alte Chef der Partei Udar (Schlag).

Der auch "Schokoladenkönig" genannte Milliardär darf laut am Mittwoch veröffentlichten Umfrageergebnissen auf rund 25 Prozent der Stimmen hoffen. Klitschko landete mit neun Prozent weit dahinter. Die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko erhielt rund acht Prozent.

Poroschenko hatte am Freitag seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl offiziell angekündigt. Der 48-Jährige ist ein erfolgreicher Unternehmer. Der Besitzer des Süßwarenkonzerns Roschen gilt als wichtigster Geldgeber der Opposition, die er während der Proteste in der Ukraine auch mit seinem Fernsehsender Kanal 5 unterstützte.

Er machte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er Jahren ein Milliardenvermögen und gehört heute zu den zehn reichsten Ukrainern. Von 2009 bis 2010 war er Außenminister der proeuropäischen Regierung seines Heimatlandes. Unter dem jüngst entmachteten prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch diente Poroschenko 2012 kurzzeitig als Wirtschaftsminister.

Krim-Krise: Putin signalisiert Gesprächsbereitschaft

US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Wladimir Putin haben über einen "Vorschlag zu einer diplomatischen Lösung der Krise in der Ukraine" diskutiert. Das teilten das Weiße Haus in Washington und der Kreml in Moskau mit.

Putin hatte Obama angerufen, um mit ihm über einen diplomatischen Lösungsvorschlag zu sprechen, wie die Krise in der Ukaine überwunden werden könne. Die Staatschefs einigten sich auf ein baldiges Treffen der beiden Außenminister, John Kerry und Sergej Lawrow, "um die nächsten Schritte zu besprechen". Ein genauer Zeitpunkt für dieses Treffen wurde nicht genannt.

In der Mitteilung des Weißen Hauses hieß es weiter, dass der Anruf Putins auf ein Angebot Kerrys erfolgt sei. Kerry habe dieses seinem russischen Amtskollegen Lawrow jüngst bei Gesprächen in Den Haag unterbreitet. Details, wie eine Lösung des Konflikts in der Ukraine aussehen könnte, nannte das Weiße Haus nicht. Allerdings habe Obama Putin im Gespräch erläutert, dass die USA an einer diplomatischen Lösung interessiert seien. Diese sehe vor allem den Rückzug der russischen Truppen von der Halbinsel Krim vor. Zudem solle Russland davon absehen, weitere Teile der Ukraine zu besetzen.