Übergewicht Politiker fordern Strafsteuer auf Dickmacher

Steuer auf Schokolade, Gummibärchen, Chips: Weil Übergewicht immer mehr Menschen krank macht, fordern Politiker von SPD und CDU eine Strafsteuer auf kalorienreiche Nahrungsmittel.

Gesundheitspolitiker von CDU und SPD haben nach einem Bericht von bild.de einen Risikoaufschlag für besonders zuckerhaltige Lebensmittel ins Gespräch gebracht. Vorbild könnte eine Regelung in Mexiko sein, nach der kalorienreiches Essen mit acht Prozent besteuert wird.

Ein Aufschlag bei der Mehrwertsteuer auf fett- und zuckerreiche Produkte wie Chips, Fastfood und bestimmte Süßigkeiten könnte "eine gesundheitspolitisch wünschenswerte Veränderung der Essgewohnheiten bewirken", zitierte die Webseite den SPD-Politiker Edgar Franke. Er sprach sich deswegen für Lebensmittel mit mehr als 275 Kalorien je 100 Gramm für einen Aufschlag in Höhe des halben Mehrwertsteuersatzes für Nahrungsmittel aus.

Dabei sollen weniger die Mehreinnahmen ausschlaggebend sein, sondern vielmehr der Gesundheitsaspekt. Experten beziffern dem Bericht zufolge die Kosten der durch Übergewicht verursachten Krankheiten auf pro Jahr etwa 17 Milliarden Euro. Franke zufolge sollten Einnahmen aus einer solchen Steuer vor allem für Präventionsmaßnahmen verwendet werden.

Auch in der Union kann man sich eine solche Regelung vorstellen. "Ein Risikoaufschlag auf extrem kalorienreiche Nahrungsmittel könnte helfen, das Ernährungsbewusstsein zu schärfen", zitierte das Portal den CDU-Politiker Erwin Rüddel.

Derzeit leiden dem Ernährungsbericht der Bundesregierung zufolge etwa 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen deutschlandweit an Übergewicht. Der Anteil der Übergewichtigen nimmt mit steigendem Alter kontinuierlich zu. In der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen sind demnach etwa 74 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen übergewichtig.